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Projektgemeinde

Ein Ort des Ankommens

Doris SticklerEin hohes Maß an Verbundenheit gibt es bei den Mitgliedern der Projektgemeinde. Braucht einer von ihnen Hilfe, sind die anderen da.

Frankfurt . Nicht an jedem Ort, nicht in jeder Gemeinde sind homosexuelle Menschen willkommen oder fühlen sich verstanden. In Frankfurt haben sie eine Projektgemeinde gegründet.

Ein schwuler Christ? Das geht gar nicht. Dieser Ansicht ist jedenfalls jene freikirchliche Gemeinde, der Lukas angehörte. Dort wollte man ihn gar in einen »Heilungskreis« schicken, um ihn von seiner Homosexualität zu kurieren. Als er das »Angebot« ablehnte wurde er »höflich gebeten, die Gemeinde zu verlassen«.

Heimatlosigkeit breitet sich aus

Der Rausschmiss löste bei dem Kaufmann für Büromanagement zwar keine Glaubenskrise aus, doch machte ihm die gemeindliche Heimatlosigkeit zu schaffen. Vor drei Jahren entdeckte er dann auf dem Christopher Street Day (CSD) den Stand der Projektgemeinde. »Ich hatte keine Ahnung, dass es so etwas gibt und war völlig überrascht«, erinnert sich Lukas an die erste Begegnung.

Viele reisen extra zu den Gottesdiensten nach Frankfurt

Der 35-Jährige ist froh, seinen Glauben seither wieder in Gemeinschaft leben zu können und nimmt dafür gern die weite Anfahrt von der Wetterau in Kauf. Damit ist er nicht allein. Wenn die Projektgemeinde zweimal im Monat zusammenkommt, reisen die meisten der rund 80 Frauen und Männer von außerhalb an. Leitungsteammitglied Alex wundert das wenig. In ländlichen Regionen würden Homosexuelle oft abgelehnt oder angefeindet – selbst in manchen landeskirchlichen Gemeinden. Die Homophobie evangelikaler und freikirchlicher Gemeinden sei ohnehin bekannt. Um einen Ort zu schaffen, an dem jeder ungeachtet seiner sexuellen Orientierung Christ sein kann, habe sich 2003 die Projektgemeinde gegründet.

Persönliche Erlebnisse werden erzählt

In dem geht es ausgesprochen locker zu. So werden die Lieder von der Gitarre statt von der Orgel begleitet, sind Schriftlesung und Predigt sehr persönlich gehalten – zumal nicht immer eine Pfarrerin oder ein Pfarrer zugegen ist. Zum Schluss erzählen manche zudem von Erlebnissen, die ihnen wichtig waren.

Wirkt wie ein Treffen von Freunden

Das gesellige Zusammensein nach jedem Gottesdienst gleicht denn auch einem Treffen langjähriger Freunde. Alle kennen und duzen sich, freuen sich über das Wiedersehen und tauschen Neuigkeiten aus. Alex führt die ungezwungene Atmosphäre nicht zuletzt auf die »basisdemokratische Struktur« zurück.

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