Evangelische Sonntags-Zeitung

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Kloster Gnadenthal

Ein Ort voller Spiritualität

Gundula StegemannAuf dem Dorfplatz herrscht reges Treiben. Zwischen den Führungen und Vorträgen versammeln sich hier die Besucher, um sich miteinander zu unterhalten oder die Schönheit der Anlage in Gnadenthal zu genießen.

HÜNFELDEN . Seit etlichen Jahren schon öffnet die Jesus Bruderschaft im Mai die Türen ihres Klosters für Freunde und Besucher, die einfach mal einen Blick in die Gemeinschaft wagen, mit den Schwestern, Brüdern und Familien der Kommunität ins Gespräch kommen möchten.

Es zog viele Besucher zum Tag der Begegnung nach Gnadenthal. Der Saal im Brüderhaus war voll besetzt, als Jutta Ebersberg, Vorstandsvorsitzende der Jesus-Bruderschaft, und Bruder Franziskus die Besucher begrüßten. Gemeinsam führten sie durchs Programm. Als Referent zu Gast war Siegfried Zimmer, emeritierter Professor für Theologie und Religionspädagogik an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg. Sein Thema: »Suche den Frieden«. »Vom Frieden ist die Menschheit so weit entfernt wie in der Steinzeit«, so seine Einlassung.

Kriegsgefahr nicht gebannt

Trotz Bildung und Zivilisation habe die Menschheit bis heute keinen Weg gefunden, die Kriegsgefahr zu bannen. Mehr als 900 Kriege habe es seit dem Zweiten Weltkrieg gegeben, von 1992 bis heute sei kein Jahr vergangen, in dem es weniger als 30 Kriegsherde gab. Wir selbst könnten froh sein, in Frieden zu leben, sollten uns jedoch nicht täuschen lassen. Die Bundesrepublik stehe an vierter Stelle bei den Rüstungsexporten, deutsche Rüstungsunternehmen verdienten viel Geld am Krieg. Tatsache sei auch, dass durch die Erforschung der Kriegsursachen diese bislang nicht beseitigt werden konnten. Auch im kleineren Rahmen finde die Menschheit nicht zum Frieden: Seit der Antike sei die Kriminalitätsrate im Wesentlichen konstant. Es gelinge nicht, sie unter eine bestimmte Rate zu drücken.

Aufenthalt auf Zeit, Arbeit mit Kühen

Und auch im privaten Bereich sah Zimmer keine besseren Verhältnisse: Wie viele Freundschaften gelingen, fragte er? Wie viele Trennungen von Partnerschaften gibt es, Misshandlungen, Missbrauch? »Es ist nicht so, dass man, je näher wir uns kommen, man mehr miteinander zu tun haben möchte. Oft wird man sich nicht unbedingt sympathischer«, sagte er. »Und schließlich: Leben wir denn in uns im Frieden?« Viele Menschen seien auch in sich voller Widersprüche, lebten in Selbstvorwürfen und mit Minderwertigkeitskomplexen.

Sind die Menschen gestört?

Diese Friedlosigkeit sei ein Symptom einer tiefen Störung im Menschen, die dieser nicht überwinden könne. Die Bibel habe dafür auch eine Erklärung: Der Mensch sei dem eigenen Daseinsgrund, seinem eigenen Schöpfer entfremdet, der selber der Friede ist. Deshalb sei für Christen eine Person so wichtig: Jesus Christus. Denn er vebinde Mensch und Gott.Von Gundula Stegemann

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