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Astrophysiker Heino Falcke zu Gast beim »Gospecial«-Gottesdienst

»Entdecker« des schwarzen Lochs in Eschborn

Juliane SchneiderGlaube und Wissenschaft passen sehr wohl zusammen, findet Heino Falcke (Zweiter von links).

ESCHBORN. »Kann es in einem sich ständig ausdehnenden Universum noch Gott geben ?« Dieser Frage ist der Astrophysiker Heino Falcke im »Gospecial«-Gottesdienst nachgegangen.

Wolkenartig umgibt der flammend rote, wulstige Ring die schwarze Fläche. Das spektakuläre Bild von dem schwarzen Loch, dem Ende der Galaxie, ging im April dieses Jahres um die Welt. Aufgenommen hatte es der deutsche Wissenschaftler Heino Falcke mit seinem Team. Jetzt war der außerordentliche Radioastronom beim »GoSpecial« der Niederhöchstädter Andreasgemeinde zu Gast.

In seiner Frechener Heimatgemeinde ist der Familienvater, der an der Radboud-Universität in Nijmegen lehrt, als Lektor aktiv. Vor fast zwei Jahrzehnten hatte der 53-Jährige bereits die Idee für das weltumspannende »Event Horizon Telescope« mit angeregt, das die sensationelle Aufnahme erst ermöglicht hatte.

Wissenschaft und Glaube gehen zusammen

Die Faszination des Himmels finde sich an vielen Stellen in der Bibel wieder. In seiner Bild- Präsentation, die die Besucher auf der mit Planten geschmückten Bühne zu einer Reise an das Ende von Raum und Zeit einlädt, blendet er Psalm 19,1 ein, wo es heißt »Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, und die Feste verkündet seiner Hände Werk.« Als Christ müsse man sogar Wissenschaft machen, liest Falcke daraus. »Es ist ganz entscheidend, dass Wissenschaft und Glaube zusammen gehen und sich korrigieren.«

Besonders fasziniere ihn der Blick von außen auf die Erde. »So wie Gott die Erde sieht«, sagt er zu einem Bild, das die blaue Erde im Abstand zum leuchtenden Mond zeigt. »Es ist ein großes Vorrecht, dass unsere Generation den Planeten aus dieser Perspektive sehen kann.« Auf der Leinwand erscheint jetzt eine Aufnahme der Sonne. Falcke erinnert, wie Kopernikus und Kepler beschrieben hatten, dass die Planeten um die Sonne kreisen und damit das griechische System abgelöst hatten. »Aber auch hier ist Gott derselbe, eine zugrunde liegende verlässliche Kraft.« Der Mensch ändere die Gesetze, im Universum aber sei alles gleich. »Naturgesetz nennen wir das.«

»Auch wir sind physikalisch gesehen nur Sternenstaub«

Der christliche Glaube, der in den Sternen lediglich Geschöpfe sieht und keine Mächte, ist für ihn eine gute Forschungsbasis im Vergleich zu anderen Religionen. Die Anzahl der Sterne entspreche der von Sandkörnern an allen Stränden der Erde, außer der Wüste. Jeder einzelne sei aus Staub entstanden und ein Sonnensystem, werde geboren und sterbe wieder. »Sie siechen aber nicht dahin, sondern sterben mit einem richtigen Feuerwerk.«

»Auch wir sind physikalisch gesehen nur Sternenstaub«, sagt Falcke. Passend dazu blendet er Gen. 3, 19 ein, wo es heißt: »Denn Staub bist du und zu Staub kehrst du zurück.« Wenn ein Stern explodiere, was in wenigen Stunden ablaufe, werde im Inneren Materie ganz eng zusammengepresst, erklärt der Professor. Am Ende entstehe genau dort ein schwarzes Loch. Bei der Vorstellung des Fotos in Brüssel habe man sich ein wenig wie Rockstars gefühlt, erinnert sich der Astronom. Für ihn stehe am Anfang der, der uns liebe. »Das ist, was mich trägt.« Vom restlichen Staub unterscheide den Menschen Glaube, Liebe und Hoffnung.

Von Juliane Schneider

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