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Vorbilder: starke Frauen der Bibel

Esther und Sa Ra Park kehren in ihre Heimat zurück

Nicole Weisheit-ZenzEsther (links) und Sa Ra Park sind ein eingespieltes Team.

MAINZ. Gut 16 Jahre lang saßen Esther und Sa Ra Park an der Orgel in Finthen. Hier haben sie viel gelernt – und noch mehr zurückgegeben.

Freundlich lächeln die beiden Schwestern am Spieltisch der Orgel – einem Ort, an dem sie unzählige Stunden verbracht haben, allein oder gemeinsam. Gerade proben sie für einen Konzertabend. Dessen Anlass ist ein feierlicher, doch zugleich trauriger für die Gemeinde. Denn mit diesem Konzertabend verabschieden sich die beiden Musikerinnen und Organistinnen. Nach ihrer langjährigen und vielseitigen musikalischen Ausbildung und Arbeit kehren sie im Juli in ihre Heimat nach Südkorea zurück.

Am Rande der Hauptstadt Seoul hatten sie dort früher mit ihren Eltern gelebt, ohne weitere Geschwister. Ihre Namenspatroninnen und Vorbilder sind starke Frauen in der Bibel. In einer christlichen Familie aufzuwachsen habe sie in jungen Jahren geprägt, betonen die Schwestern, die ihr Alter nicht gerne nennen möchten. Der Vater war protestantischer Pfarrer, auch die Mutter arbeitete im kirchlichen Dienst. Beide unterstützten ihre Töchter während des Studiums, für das Esther, die Ältere, und Sa Ra im Herbst 2003 gemeinsam nach Deutschland gingen.

Die koreanische Tradition gebietet Zurückhaltung

Alles selbst aufzuzählen, was sie im Laufe der Zeit an Wissen und Können erworben haben, wäre nicht vereinbar mit ihrer Wesensart. Diese Zurückhaltung gebiete die koranische Tradition, erklären sie. Also übernimmt das Loben Lutz Dreyer. »Ihre hohe fachliche Kompetenz, ihre absolute Zuverlässigkeit und tiefe Gäubigkeit sind beeindruckende Merkmale eines feinen Charakters«, sagt der Hochschullehrer im Ruhestand, der ehrenamtlich in der Finther Kirchengemeinde aktiv und erfahren im musikalischen Bereich ist.

Esther Park wurde zur staatlich geprüften Musiklehrerin im Fach Klavier ausgebildet, danach studierte sie unter anderem Kirchenmusik in Mainz und Heidelberg. Im Orgelliteraturspiel erhielt sie die Note 1,0. Während der gesamten Zeit ihres Studiums war sie auf mehreren Gebieten als Musikerin aktiv: als Chorleiterin, in Orgeldiensten mit fester Anstellung in Finthen, wo sie sich den Dienst mit Sa Ra teilte, und zusätzlich in weiteren Gemeinden.

Stets in Kontakt mit der Heimat

Ihre Schwester Sa Ra hatte an der Universität Mainz Musikwissenschaft, Philosophie und Evangelische Theologie auf Magister studiert. Parallel hinzu kam ihre kirchenmusikalische Ausbildung, mit A-Examen 2017 und sehr guten Leistungen im Orgelliteraturspiel. Überdies war sie zur Promotion eingeschrieben. In ihrer Doktorarbeit, die sie noch verteidigt, geht es um das Liedrepertoire der protestantischen Kirchen in Korea und interkulturelle Beziehungen zum deutschen Kirchenlied. Nach anderen Gemeinden hatte sie seit 2007 eine Anstellung in Finthen, seit 2016 teilte sie den kompletten Orgeldienst hier mit ihrer Schwester.

Die Stücke ihres ansprechenden, abwechslungsreichen Programms präsentieren sie von der Empore aus, ob von bekannten Komponisten wie Bach und Mozart oder aus der eigenen Feder, darunter eine Vertonung des 121. Psalms. »Wir hoffen, dass sich alles gut fügt, mit Gottes Hilfe«, sagt Sa Ra beim Gedanken an die Zukunft. Nach Korea zurück zieht es sie, um sich um die Eltern zu kümmern, die alleine leben – zumal der Vater seit einem Unfall mit zwölf Jahren blind ist.

Von Nicole Weisheit-Zenz

Esther und Sa Ra Park spielen am 21. Juni ab 19.30 Uhr in der Kirche Mainz-Finthen, Huttenstraße 1, ein gemeinsames Abschiedskonzert.

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