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Sterbende brauchen Begleitung

Förderverein für Hospiz nimmt Arbeit auf

eöa/Petra Ihm-FahleDer Vorstand des Fördervereins Hospiz um Vorsitzenden Stefan Fuchs, hier mit den Kolleginnen Petra Michael, Brunhilde Otto (vorne von links), Marion Osenberg und Katja Bohn-Schulz (hinten von links) will so schnell wie möglich mit der Arbeit beginnen.

BAD NAUHEIM. Der Wetteraukreis hat derzeit kein eigenes Hospiz – als einziger Landkreis in Hessen. Das soll anders werden. Ein Förderverein begleitet den Bau und den Betrieb eines solchen Hospizes.

Wer ein Hospiz für unheilbar Kranke und Sterbende betreibt, erhält von den Krankenkassen in Deutschland nur 95 Prozent der Kosten erstattet. Die restlichen fünf Prozent müssen freiwillige Mitarbeiter erbringen. »Die Krankenkassen geben zwingend vor, beim Betrieb eines Hospizes Ehrenamtliche im Boot zu haben«, erläutert Stefan Fuchs. Der 54-Jährige leitet hauptberuflich das Diakoniewerk Elisabethhaus in Bad Nauheim und ist der Vorsitzende eines neuen Fördervereins. Der Verein soll für eben jene fünf Prozent eines stationären Hospizes im Wetteraukreis verantwortlich sein.

Oft zu weite Wege

In der Gründungsversammlung des Fördervereins hatte Fuchs sich entschieden, für den Vorsitz zu kandidieren. »Im Leben eines Menschen gibt es zwei entscheidende Momente«, begründet er seine Entscheidung. »Das ist, wenn er auf die Welt kommt und wenn er wieder geht. Beide Male braucht er jemanden, der ihn begleitet.« Seine Vorstandskollegin Marion Osenberg ergänzt, viel mehr sterbende Menschen müssten die Möglichkeit eines Hospizes haben. Oft seien die Wege zu weit.

Ziel des Vereins ist nun, so viel Geld wie möglich zu sammeln. Auf 70 000 bis 80 000 Euro pro Jahr schätzt der Vorstand den benötigten Betrag. Das Spendenaufkommen möchte der Verein zum Teil durch Mitgliedsbeiträge erwirtschaften. Im Fundraising werde sich der Verein breit aufstellen, erläutert Vorstandsmitglied Elke Schulze.

Johanneskirche als möglicher Standort

Die Trägerschaft für das Hospiz will die Gesellschaft für diakonische Einrichtungen in Hessen und Nassau (GfdE) übernehmen. Sie betreibt 13 Alten- und Pflegeheime, Gesellschafter ist die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN). Für einen guten Standort halte die Gesellschaft die Johanneskirche in Bad Nauheim, um dort anzubauen. »Wir sind diesbezüglich in der Planung und auch interessiert, Träger zu sein«, sagt Hilgert. Die Verhandlungen laufen.

Wie Ulrich Schröder, Mitglied des Kirchenvorstands der Kirchengemeinde Bad Nauheim, erklärt, halte die Gemeinde die Gesundheitsstadt als Standort für geeignet. »Da wir hörten, es gebe derzeit keine alternative Fläche in Bad Nauheim, sind wir gern bereit, die Johanneskirche mit ihrem freien Grundstück nebenan zur Verfügung zu stellen«, erklärt er. Die Verhandlungen mit den Krankenkassen führt derzeit der Wetteraukreis, der laut Sozialdezernentin Stephanie Becker-Bösch als einziger hessischer Landkreis kein eigenes Hospiz hat.

Von Petra Ihm-Fahle

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