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Afrika neu denken

Frauen als Schlüssel für die Zukunft

pixabayDen afrikanischen Frauen kommt große Bedeutung zu.

Frankfurt. Vielerorts verlieren Menschen in Afrika die Perspektive auf ein besseres Leben. Es herrscht Stillstand, noch immer haben korrupte Politiker zuviel Macht.

Von der geleisteten Ent wicklungshilfe bekommt die afrikanische Bevölkerung wenig zu spüren. Asfa-Wossen Asserate kennt den Grund. Die größten Profiteure seien korrupte Politiker und die Geberländer selbst. Die Mittel landeten vor allem in den Taschen der Machthaber, die sie in Form von Immobilienkäufen oder Bankeinlagen wieder nach Europa bringen. »In den vergangenen Jahren hat in Afrika nicht einmal ein Drittel des Geldes die richtigen Adressen erreicht«, machte der politische Analyst bei der Veranstaltung »Albert Schweitzers Afrika neu denken – Wege zu fairer Partnerschaft« klar. Verelendung und Perspektivlosigkeit breiten sich daher immer weiter aus.

Bleibt es schlecht, werden es mehr Flüchtlinge

Seinem Urteil nach ist es letztlich im ureigenen Interesse Europas, auf dem Kontinent eine wirklich nachhaltige Entwicklung zu fördern. »Wenn in Afrika keine lebenswürdigen Verhältnisse entstehen, wird es immer mehr Flüchtlinge geben.« Zumal sich Prognosen zufolge bis 2050 die Bevölkerung von heute rund einer Milliarde auf zwei Milliarden verdoppeln werde.

Kein Weg vorbei am Kampf gegen ökonomische Gier

Als die »beste Entwicklungshilfe« erachtet Asfa-Wossen Asserate »gute Wirtschaftsbeziehungen auf Augenhöhe«, also »offene Märkte auf beiden Seiten«. Zudem führe kein Weg am »Kampf gegen die ökonomische Gier« vorbei. Internationale Konzerne bereicherten sich zum Nachteil der Bevölkerung am Reichtum der Ressourcen. Die Regierungen zeichneten sich mit wenigen Ausnahmen wie etwa in Botswana oder Ruanda durch »Gewalt und Raubwirtschaft« aus. Immer mehr Menschen würden sich fragen, »ob ihre neuen Herren viel besser als die Kolonialherren sind«.

Letztlich kann sich Afrika nur selbst retten

Mit dem auf dem Kontinent verbreiteten Despotismus ist Asfa-Wossen Asserate allzu gut vertraut. Der Großneffe des letzten äthiopischen Kaisers Haile Selassie studierte in Deutschland, als in seiner Heimat die Militärjunta in den 1970er Jahren die Macht an sich riss, seinen Vater ermordete und die restliche Familie gefangen nahm. Der heute 71-Jährige blieb deshalb hier, ist längst deutscher Staatsbürger und in Frankfurt Zuhause. Als Unternehmensberater und Autor tätig, hat er mehrere Bücher über Afrika verfasst. »Letztlich kann sich Afrika nur selbst retten«, ist er überzeugt. esz/Doris Stickler

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