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Unendlichkeit in Wormser Magnuskirche

Himmlische Heerscharen

Ulrike SchäferBernhard Schröck (Bild oben, von links), Achim Müller und Otmar Nickel werfen einen Blick in die Weite des Alls.

WORMS. Das sternenbesetzte Firmament ließ Menschen schon immer an göttliches Wirken denken. Religiöse Impulse kann man auch bei einer Fotoausstellung in der Magnuskirche erfahren.

Es war schon immer ein ehrfürchtiges Staunen, das der Mensch beim Blick in den klaren Nachthimmel empfand. Die altorientalischen Völker beobachteten die Gestirne und berechneten ihre Bahnen – mit verblüffender Genauigkeit, sagte Achim Müller. Der Stadtkirchenpfarrer eröffnete die Fotoausstellung »Schätze des Universums« in der Wormser Magnuskirche. Sie zeigt faszinierende Fotos von Sonne, Mond und Planeten, farbenprächtigen Galaxien, Nebeln und Sternhaufen.

Großteil der Bilder von Namibia aus aufgenommen

Müller hat die Ausstellung gemeinsam mit der Astronomischen Arbeitsgemeinschaft (AAG) der Sternfreunde Mainz und Umgebung ausgerichtet. Die gemeinnützige und ehrenamtliche AAG engagiert sich seit nahezu 50 Jahren für die Bildung in den astronomischen Wissensgebieten, hält Vorträge und macht Beobachtungsangebote. Einige der Fotos, die in der Magnuskirche zu sehen sind, sind in der vereinseigenen Sternwarte in Klein-Winternheim entstanden, einen Großteil der Bilder jedoch hat Vorstandsmitglied Otmar Nickel auf der Astrofarm Tivoli in Namibia aufgenommen.

In der Bibel sind Sonne, Mond und Sterne als himmlische Heerscharen bezeichnet. Die gedankliche Verbindung von Nachthimmel und Göttlichem ist freilich nicht neu: Müller erläutert, wie Babylonier oder Ägypter in ihren Mythen Tag und Nacht, Jahreszeiten, Werden und Vergehen als soziomorph, also als eine Folge des Zusammenwirkens von Göttinnen und Göttern dargestellt haben – was natürlich vorausgesetzt habe, dass sie den Lauf der Planeten kannten, die sie mit den Göttern gleichsetzten.

Staunen über die Unendlichkeit

In der Bibel immerhin sind Sonne, Mond und Sterne nicht mehr selbst Götter, die selbst handeln können. Hier hängt Gott diese Lichter an den Himmel, damit sie Tag und Nacht scheiden und den Kalender anzeigen. Der Blick in den Sternenhimmel mache uns unsere begrenzte Macht oder – in den Worten des Theologen Friedrich Schleiermachers – unsere »schlechthinnige Abhängigkeit« bewusst. Das Staunen über die Unendlichkeit könne man dann als religiösen Impuls erfahren.

Von Ulrike Schäfer

Die Ausstellung »Schätze des Universums ist noch bis zum 26. August zu sehen. Die Wormser Magnuskirche hat täglich von 9 bis 16 Uhr geöffnet, sonntags ab 11.30 Uhr.

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