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Diakonie

Irgendwann gab es keinen Zweifel mehr

Doris SticklerDer Frankfurter Michael Skoczny versucht auf ungewöhnlichen Wegen eine Wohnung zu finden. Ob er damit Erfolg hat?

Frankfurt . In die Wohnungslosigkeit rutscht man manchmal schneller ab, als man denkt. Wieder herauszukommen ist dagegen schwer. Gut, dass die Diakoniekirche Betroffenen hilft.

In Thomas Adams Jugend war es keine Frage: »Frauen trinken Cola, Männer Bier.« Auch er hielt sich seit dem 16. Lebensjahr an sein ungeschriebenes Gesetz. Im Laufe der Zeit wurden die Mengen größer, dann kam Höherprozentiges dazu. Irgendwann gab es keinen Zweifel mehr, dass er Alkoholiker und zu einem geregelten Leben nicht mehr in der Lage war.

Erst der Job, dann die Frau und dann die Freunde

»Zuerst habe ich den Job verloren, dann meine Frau, dann alle Freunde und Bekannten«, fasst der heute 59-Jährige seinen Absturz zusammen. »1989 wurde ich obdachlos, habe vom Schnorren, Klauen und kleinen Betrügereien gelebt.« Auf das 2006 beendete Kapitel seiner Biografie blickte Thomas Adam in einer Einrichtung zurück, ohne die er »den Ausstieg niemals bewältigt« hätte.

Halt und Wertschätzung

»Das Diakoniezentrum Weser 5 hat mir Halt und Wertschätzung gegeben und mich unterstützt, den Entzug durch- und auszuhalten.« Seit 13 Jahren trocken, nennt Thomas Adam längst wieder eine Wohnung sein Zuhause und weil er »mit fast 60 auf dem ersten Arbeitsmarkt keine Chancen« hat, gibt er seinen Tagen auf andere Weise Struktur.

Immer wieder gibt es Beschwerden

Er begleitet ehrenamtlich blinde Menschen bei Erledigungen, einmal in der Woche bietet er Stadtführungen an – freilich nicht zu den üblichen Attraktionen. Thomas Adam sucht vielmehr Orte auf, an denen er sich früher durchgeschlagen hat und weiht dabei in die gnadenlosen Gesetze der Obdachlosenwelt ein. Über die Weser-5-Angebote würden zum einen oft nur vage Vorstellungen existieren. Zum anderen gebe es wegen Unrat oder Lärm immer wieder Beschwerden. Aus diesem Grund habe man mit den Anwohnern ins Gespräch kommen und über die Arbeit des Hauses aufklären wollen. Zu seiner Freude sind der Einladung rund 30 Leute gefolgt.

Von Doris Stickler

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