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Verbrutzelte Leitungen

Kirche nach Blitzschlag unbenutzbar

esz / GemeindeDie Gewalt des Blitzes lässt Steinplatten vom Boden abplatzen und reißt einen Elektrokasten aus der Wand.

GENSINGEN. Gerade hatten die Gensinger Protestanten eine neue Heizung in ihre Kirche einbauen lassen. Die ist jetzt nur noch Schrott – und noch viel mehr dazu.

Pfarrer Markus Weickardt stand gerade vor der Kirche, als es passierte. »Ich habe mir gleich gedacht: ›Da ist jetzt was passiert‹«, erzählt er. »Es war, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Ein unheimlich lauter Knall.« Ein Blitz hatte im Turm der Gensinger Kirche eingeschlagen. Menschen kamen dabei nicht zu Schaden, aber die Kirche selbst, das Gemeindehaus und umliegende Gebäude. Und wie.

»Alles, was irgendwie mit Elektronik zu tun hat, ist hinüber«, schildert Weickardt. Die Steuerungsanlagen für die Glocken, die Orgel und die Heizung sind kaputt, Lampen zerplatzt, die Leitungen in den Wänden verschmort, Computer und Internet-Router abgeraucht. Die Gewalt des Blitzes riss einen Elektronikkasten aus der Wand und hob sogar Sandsteinplatten vom Boden der Kirche ab, Splitter flogen durch das Gotteshaus. Vom Dach platzten Eternitplatten ab.

Die Heizung war brandneu eingebaut

Besonders ärgerlich ist die Sache mit der Heizung. Denn die war neu. Nagelneu sogar. Erst einige Stunden zuvor habe man die neue Heizungsanlage abnehmen können, erzählt Weickardt. Dann kam der Blitz. Die Gensinger Kirche ist seither unbenutzbar. Gottesdienste feiern die Gensinger Protestanten nun in der Kirche im benachbarten Grolsheim, das mit zur Kirchengemeinde gehört. »Für die größeren Feiern, zum Beispiel zur Konfirmation, gehen wir in die katholische Kirche«, sagt der Pfarrer.

Wie viel genau es kosten wird, die Schäden zu beheben, ist noch unklar. Ein Architekt ist mit einem Kostenfeststellungsverfahren beauftragt, bis Mitte Juni habe man eine Zahl, hofft Weickardt. Der Seelsorger rechnet mit 150 000 bis 200 000 Euro: »Vielleicht ein bisschen mehr, vielleicht ein bisschen weniger.«

Leitungen unter Putz oder unter dem Boden

Die genaue Höhe hängt nämlich auch davon ab, wie genau die Gemeinde den Schaden beheben lässt. Ob sie beispielsweise die Wände aufstemmen lässt, um die verbrutzelten Leitungen reparieren zu lassen. »Dann müssten wir die Orgel einhausen lassen«, sagt Weickardt. Alternativ könne man die Leitungen auch unter dem Fußboden verlegen. Eine neue Läuteanlage müsse her, eine neue Heizung samt Steuerung, neue Lampen, eine neue Blitzschutzanlage und jede Menge neue Elektrogeräte im Gemeindehaus. Hinzu kämen Steinmetz-, Maler- und Dachdeckerarbeiten.

»An Weihnachten wollen wir wieder in unserer Kirche Gottesdienst feiern«, sagt Weickardt. Er ist sich unsicher, ob das klappt.

Von Nils Sandrisser

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