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300 Pizzen am Tag

Kulinarische Beziehungsarbeit

Fotos: Katja Borowski300 Pizzen gehen an einem durchschnittlichen Backtag durch den Ofen im Martinsviertel. Reiner Engel (links) und Hans-Gunther Seifert sind mit Eifer bei der Sache.

DARMSTADT. Familienbacktage am Steinofen, ein Kochstudio für Jungs und eine mobile Küche für Spielplätze: mit diesen (und anderen) kulinarischen Angeboten bereichert die Martin-Luther-Gemeinde, allen voran ihr Streetworker Reiner Engel, das Leben im Darmstädter Martinsviertel.

Einmal im Monat ist Backtag im Martinsviertel. Dann geht es auf dem Unterwasserspielplatz zu wie auf einem italienischen Straßenfest. Da bauen fleißige Helferinnen und Helfer kurzerhand Tische auf, begrüßen Freunde, entkorken Weinflaschen, trösten zwischendurch noch schnell schreiende Kinder, verteilen Holzbretter und Teigroller und belegen unzählige Pizzen. Spätestens gegen 12 Uhr mittags kommen die ersten Pizzen in den großen Steinofen, der am Rande des Spielplatzes steht. Gleich an Ort und Stelle verspeist – noch schön heiß und knusprig – schmecken sie den umstehenden Kindern und Erwachsenen am besten.

Fehlende Zutaten gibt es noch kurzfristig vor Ort

»An einem typischen Backtag schieben wir mittlerweile bis zu 300 Pizzen in den Ofen«, berichtet Hans-Gunther Seifert. Zusammen mit fünf anderen freiwilligen Helfern bildet er seit Jahren den festen Kern des Backteams der Martin-Luther-Gemeinde. Die Bäcker sind schon von Weitem an den weißen Schürzen mit dem blauen Gemeindelogo zu erkennen. »Die Anwohner des Viertels, aber auch diejenigen, die von anderswo zu uns kommen, bereiten ihren Teig meist schon daheim vor«, erzählt Seifert weiter. Sie rollen aber erst vor Ort aus und belegen, damit der Teig nicht zu feucht wird und am Einschießer – so heißt die Pizzaschaufel im Fachjargon – kleben bleibt.

Restwärme reicht nochfür Brote und Kuchen

Fehlende Zutaten gibt es auch noch kurzfristig vor Ort beim Backteam der Martin-Luther-Gemeinde gegen eine kleine Spende. Schließlich sollen alle mitmachen können, auch, wenn sie spontan vorbeikommen oder ihre Zutaten daheim vergessen haben. Bretter und Rollhölzer sind ebenfalls auszuleihen. Und wer rechtzeitig Bescheid sagt, der kann sich vorab sogar Gärkörbchen für den Brotteig ausleihen. Die Restwärme des Ofens reicht nämlich am Nachmittag noch für Brote und Kuchen, manchmal auch für Plätzchen. Um den Ofen überhaupt professionell bedienen zu können, haben sich Seifert und die anderen Helfer des Backteams vorab kundig gemacht beim Darmstädter Ofenbauer Lotter und bei der Holzofenbäckerei des Hofguts Oberfeld. Schließlich baut man nicht jeden Tag einen eigenen Pizzaofen. »Er muss ja funktionieren und was Gescheites hervorbringen!«, sagt Seifert.Katja Borowski

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