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Goldene Kuppeln und Spitzentanz

Kulturfahrt nach Moskau

esz / privatRusslands Kirchen warten mit großem inneren und äußerem Reichtum auf.

BAD VILBEL. In Moskau und Umgebung nehmen die Besucher ein vielfach anderes Kirchen- und Glaubensverständnis als in Deutschland wahr

esz / privatDie Bad Vilbeler reisegruppe.

Wer ein ein kleines Stückchen von Gottes Unendlichkeit erfahren will, fährt nach Moskau. Nahezu unendlich nämlich schien der Stau, durch den sich die Besucher der Bad Vilbeler Christuskirchengemeinde kämpfen mussten, als sie von der alten Zarenstadt ins nördlich davon gelegene Sergiew Possad fuhren. Dort wollten sie das Dreifaltigkeitskloster besuchen.

In Russland nahmen die Besucher ein vielfach anderes Kirchen- und Glaubensverständnis als heutzutage in Deutschland wahr. Goldene Kuppeln auf den vielen eher kleinen Kirchen in den Klöstern und auch sonst in der Stadt warteten mit großem inneren Reichtum vor allem an Ikonen auf.

Überall sichtbare Frömmigkeit

Die mit diesen verbundene Frömmigkeit war überall sichtbar. Werner Betz merkte an: »Mich hat beeindruckt, dass trotz kommunistischer und sozialistischer Herrschaft die Religion in Russland im Vergleich zur Region der ehemaligen DDR nach wie vor offenbar einen hohen Stellenwert in der Bevölkerung hat.« Zugleich ist das Küssen von Bildern als Zeichen der religiösen Verehrung der abgebildeten Jesus oder Maria für ein mitteleuropäisches und rational geprägtes Glaubensverständnis doch sehr fremd.

Das Zentrum Moskaus stand ebenfalls im Mittelpunkt des Besuchs: Der Rote Platz, das Kaufhaus GUM und natürlich der Kreml: Machtmetropole des alten Zarenreichs vor dessen Umzug nach St. Petersburg, und dann erneut in der sozialistischen Ära bis heute. In der lutherischen Peter- und-Paul-Kathedrale erfuhren die Bad Vilbeler, dass die Gottesdienste dort heute auf russisch gehalten werden.

Endlos lange Gottesdienste

Von der reichen russischen Geschichte der Künste ließen sich die Bad Vilbeler ebenfalls beeindrucken. Den Anfang machten die künstlerisch sehr unterschiedlich gestalteten Metrostationen aus der sozialistischen Zeit des Landes. Mit einer Führung zu den wichtigsten Gemälden der russischen Geschichte ging es durch die Tretjakov-Galerie und anschließend ins Wohnhaus von Leo Tolstoi und seiner Familie. Und natürlich schauten die Besucher im klassischen Saal des Bolschoi-Theaters bei einer Ballettaufführung vorbei – ganz im klassischen Stil mit Spitzentanz und historisierenden Kulissen und Gewändern.

Den Abschluss der Reise machte ein Besuch im großen Komplex des Neujungfrauenklosters. Hier erlebten die protestantischen Besucher den fast durchgehenden Gottesdienst von Priestern und kleinen Chören mit, in den sich russische Christen für einen Moment einbinden lassen und anschließend wieder ihrer Wege ziehen.

Von Klaus Neumeier

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