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Peter Meyer zieht es Richtung Wittenberg

Pfarrer wird Wissenschaftler

eöa/Juliane DielZur Verabschiedung von Pfarrer Peter Meyer (Zweiter von rechts) sind Sascha Heiligenthal (von links), Berit Sommerfeld, Ulrich Dahmer, Katrin Schwörer, und Andreas Klodt gekommen.

MAINZ. Mit Predigten kennt Peter Meyer sich aus, dazu hat er geforscht. In Wittenberg arbeitet er an der Frage, was eine gute Predigt ausmacht.

Fast fünf Jahre lang war Peter Meyer Gemeindepfarrer in Marienborn und Bretzenheim. Für ihn geht es in die Lutherstadt Wittenberg. Dort wird er als Referent für Homiletik und Predigtcoaching am Zentrum für evangelische Gottesdienst- und Predigtkultur tätig sein. »Die Arbeit in der Gemeinde liegt mir sehr am Herzen«, schaut Meyer etwas traurig zurück. »Man hat es mit so vielen Menschen, in den unterschiedlichsten Lebenssituationen und mit verschiedensten Bedürfnissen zu tun. Das wird nie langweilig.«

Sechs Jahre als wissenschaftlicher Mitarbeiter

Die Bibel in ihren Facetten zu den Menschen zu bringen, war schon früh ein Anliegen Meyers. Geboren in Bad Nauheim, studierte er Theologie in Frankfurt und Göttingen sowie in einem Auslandsjahr in Atlanta in den USA. Nach dem Studium arbeitete er für sechs Jahre als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Frankfurt und schrieb seine Dissertation über »Predigt als Sprachgeschehen gelebt-religiöser Praxis«. Meyer suchte nach der Antwort, wie Menschen Predigten hören und wahrnehmen. Während seines Spezialvikariats schnupperte er für ein halbes Jahr auch schon mal die Wittenberger Luft am Zentrum für evangelische Gottesdienst- und Predigtkultur.

Das Zentrum ist eine Einrichtung der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD). Dort werden Liturgie und Predigt weiterentwickelt, Fortbildungen und Coaching für Pfarrer angeboten sowie Vernetzungsarbeit zwischen den einzelnen Gliedkirchen der EKD geleistet. »Für mich ist die Bibel kein Museumsstück, aus dem ich vorlese«, erklärt der Theologe. »Eine gute Predigt spricht die Menschen nicht nur rhetorisch an, sondern vermittelt, dass Gottes Wirken im Hier und Jetzt stattfindet.«

Zwei Gemeinden zusammengeführt

Als Meyer mit je einer halben stelle in Bretzenheim und Marienborn anfing, war es eine spannende Aufgabe, zwei Gemeinden mit zwei Kirchenvorständen sowie unterschiedlichen Strukturen und Schwerpunkten gerecht zu werden. Schnell entstanden jedoch Strukturen, um ein gutes Miteinander zu ermöglichen. Die Konfirmandenarbeit wurde zusammengelegt, Gottesdienstrhythmen angepasst, Senioren- und Besuchskreise gemeinsam gestaltet, besondere Veranstaltungen wechselseitig beworben und besucht.

Von Juliane Diel

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