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Zwiegespräch mit Jesus

Renate Menneke zeigt ihre Bilder in Mainz-Lerchenberg

Nicole Weisheit-ZenzRenate Menneke trägt auf ihre Bilder stets mehrere Farbschichten auf.

MAINZ. Ihre Fähigkeiten bringt Renate Menneke ein, um Gutes zu bewirken: Ihre Werke beleben Kirchenräume, mit den Erlösen unterstützt sie Kinder in Indien, die ein schweres Schicksal zu tragen haben.

Sie wolle die Betrachter ihrer Bilder beflügeln, sagt Renate Menneke. Zur Vernissage im Lerchenberger Gottesdienstraum, wo sie auf Einladung der Gemeinde einige ihrer Werke zeigt, stellt sie sich den Besuchern mit ihrem Leben und Wirken vor.

Auch in anderen Kirchen und öffentlichen Räumen sind Mennekes großformatige Arbeiten in Öl zu finden. Zudem sind einige Motive in Büchern, auf Karten und Jahreslosungen abgedruckt. Aus dem Glauben heraus ist die Künstlerin, die in Bad Camberg lebt, schöpferisch und kreativ tätig: Bevor sie mit einem neuen Bild beginnt, führe sie stets ein ganz besonderes Zwiegespräch, berichtet sie: »Ich male mit meinem Jesus.« Menneke grundiert ihre Leinwände meist in Gelb. Es folgen fünf bis zehn Farbschichten, über mehrere Wochen hinweg aufgetragen, getrocknet und zum Teil abgewaschen, um eine besondere Leichtigkeit und Tiefe zu erzeugen.

Die Vielschichtigkeit Indiens

Oft in kräftigen Tönen gehalten, spiegeln ihre Werke die Vielschichtigkeit eines Landes wider, das sie sehr geprägt hat: Indien. Seit Jahren stellt sie ihre kreativen Fähigkeiten und ihr Kunstschaffen in den Dienst sozial engagierter Projekte zugunsten armer, ausgegrenzter Kinder dort. Für Gänsehaut sorgt die Geschichte dahinter: In den 1980er Jahren hatte die Künstlerin eine Zeit lang in Mumbai gelebt. Dem Kindergeschrei in ihrem Hotel ging sie nach und erfuhr, dass Männer die Kleinen, oft erst im Kindergartenalter, gemietet hatten – für sexuelle Dienste.

Für ihre ersten Versuche, den Kindern zu helfen, wurde Menneke bedroht. Doch das Thema blieb in ihrem Kopf und Herzen, auch als sie später selbst eine Familie mit drei Kindern gründete. Daher entschloss sie sich dazu, die Erlöse aus dem Verkauf ihrer Bilder für diese jungen Opfer von Zwangsprostitution zu spenden. Im vergangenen Jahr erhielt sie den Preis »Hoffnungsträger 2018« des Altpietistischen Gemeinschaftsverbandes Württemberg aus Schwäbisch Gmünd.

Himmlischer Businessplan

Erstaunt ist sich noch heute, wie sich in diesem »himmlischen Businessplan« alles fügt, im Vertrauen auf Gottes Lenken. Ein Herzensanliegen sei ihr, so viele Kinder wie möglich aus den Fängen ihrer Zuhälter zu befreien. Sie sollen ihre traumatischen Erfahrungen verarbeiten, mit ärztlicher und psychologischer Hilfe. Daher unterstützt Menneke ein christlich geführtes Haus speziell für Mädchen, deren Leiterin sich fürsorglich um ehemalige Straßenkinder kümmert und ihnen ein Zuhause gibt. Schule und Ausbildung sollen den Opfern helfen, sich selbst zu versorgen und selbstbestimmt heiraten zu können.

Von Nicole Weisheit-Zenz

Voraussichtlich bis Mitte Juni ist die Ausstellung zu sehen, Hebbelstraße 56–60, in Mainz. Geöffnet ist zu den Bürosprechstunden sowie während der Gottesdienste und Veranstaltungen. Unter anderem wird für den 16. Juni ab 19.30 Uhr zu einem Klavierkonzert von Aeham Ahmad mit Lesung eingeladen.

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