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Angehende Pfarrerin steht bald selbst vor dem Traualtar

Tüll statt Talar

epd/Kristina SchäferEine wunderschöne Braut.

MAINZ. Normalerweise trägt Lisa Maria Gapp als baldige Pfarrerin dazu bei, Brautpaaren den schönsten Tag ihres Lebens zu bereiten. Jetzt tauscht die 28-Jährige die Rollen.

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Ein paar Schweißtropfen glänzen auf Lisas Stirn. Das kann sogar das beste Make-up der Visagistin nicht verhindern. Mit ihrem bodenlangen, schneeweißen Kleid steht die blonde junge Frau auf dem roten Teppich, der heute Abend in der Lagerhalle der Eventagentur »[blickfang]« am Mainzer Stadtrand als Laufsteg dient. Dort findet an diesem Wochenende die Hochzeitsmesse »Herzschlag Co« statt. Und Lisa darf als angehende Braut zwei Kleider aus dem Oberurseler Brautmodengeschäft »Weiss zu Schwarz« tragen und auf einer Modenschau präsentieren. Ihr Hochzeitskleid hat sie ebenfalls vor einigen Monaten in dem Geschäft gekauft.

Schon sehr lange Pfarrerin als Berufswunsch

Die gebürtige Hessin wusste bereits als Schülerin, dass sie Pfarrerin werden möchte. Nach dem Abitur studierte sie Theologie in Frankfurt, Marburg, Mainz und Bern. Im Mai vergangenen Jahres schloss sie ihr Examen ab. Zuletzt war Lisa Spezialvikarin im Medienhaus der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN). Zum ersten Januar hat Lisa ihre erste Stelle als Pfarrerin in der Erlösergemeinde im rheinland-pfälzischen Neuhäusel angetreten.

Vergangenen Sommer hat ihr 30-jähriger Freund ihr einen Antrag gemacht. Völlig unerwartet und »richtig kitschig«, wie Lisa lachend erzählt. Im Urlaub in Cannes hat er sich in schicker Jeans auf dem Balkon ihrer Unterkunft vor sie gekniet und um ihre Hand angehalten.

Keine klassische »Mädchenhochzeit«

Seitdem laufen die Vorbereitungen für die Hochzeit. In ihrer Zeit als Vikarin hat sie bereits fünf Paare getraut. Die etwas alternative Atmosphäre der Messe im Retro-Stil mit rustikalen Tischen und Stühlen, Blumenkränzen und Holzkisten gefällt ihr gut. Sie möchte keine klassische »Mädchenhochzeit«. Gefeiert wird nach der Trauung deswegen auf einem Weingut im Rheingau. Das Allerwichtigste ist für sie aber – natürlich – der Gottesdienst. »Da bin ich total perfektionistisch«, sagt die junge Theologin.

Als leidenschaftliche Organisatorin sei es ihr schwer gefallen, die Zügel aus der Hand zu geben. Das Zepter übernimmt nun ihre Lehrpfarrerin aus Höhr-Grenzhausen, Monika Christ. »Wir sind uns theologisch sehr ähnlich und inzwischen auch Freundinnen geworden«, sagt Lisa. »Trotzdem steht sie mir nicht so nah wie meine Freunde«, sagt Lisa weiter.

Noch gibt sich die Vikarin ganz entspannt

Während sie ein paar Stunden vor der Modenschau aufgeregt von einem Bein aufs andere balanciert, um ihr Kleid im vierstelligen Eurobereich nicht schmutzig zu machen, ist sie mit Blick auf ihre Hochzeit entspannt. Noch. »Das kommt bestimmt ein paar Wochen vorher«, sagt Lisa. Aktuell sei sie aber beruflich so eingebunden und gespannt auf ihre erste Stelle, dass gar nicht viel Zeit bleibt, an die Hochzeit zu denken.

Seit dem Antrag habe sich tatsächlich einiges geändert, sagt Lisa. »Ich habe mich plötzlich viel mehr mit diesem ganzen Hochzeitskram beschäftigt.« Trauungen seien zwar eine ihrer Lieblingstätigkeiten im Vikariat gewesen, sie selbst habe sich bis dahin aber mit dem Thema Heiraten noch nicht intensiv beschäftigt. »Ich dachte halt immer: So eine Torte, das kann doch nicht das Problem sein«, erzählt die zukünftige Braut. Heute weiß sie es besser.

Von Carina Dobra

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