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Neue Matthäuskirche

Volle Fahrt voraus

Doris SticklerDie Matthäuskirche im Frankfurter Bankenviertel.

Frankfurt. Was wurde nicht schon über die Matthäuskirche nahe des Hauptbahnhofs diskutiert und gestritten. Nun gibt es neue Hoffnung für die wohl berühmteste Kirche Frankfurts. Der Turm der Matthäuskirche bleibt erhalten, das Kirchengebäude weicht einem Neubau mit zeitgemäßem Raumkonzept.

eöaDie Darstellung zeigt die Neue Matthäuskirche, die lila Fläche macht anschaulich, welches Volumen der Bau haben kann.

Den von Evangelischem Regionalverband (ERV) und Hoffnungsgemeinde gefundenen Nenner betrachtet Kirchenvorstandsvorsitzender Friedhelm Kirmeier als »gelungene Mischung aus Bewahrung und Neugestaltung«. Er freue sich, dass nach einer »langen Hängepartie das Projekt Neue Matthäuskirche auf allen Ebenen Fahrt aufgenommen« hat.

Wie und über welche Wege die Fahrt verlaufen soll, wurde auf einer Gemeindeversammlung berichtet. Wie die Leiterin der Bauabteilung des ERV, Friederike Rahn-Steinacker, einräumte, werde zwar »ein Großteil des Areals an einen Investor vermarktet«. Dennoch behalte die Neue Matthäuskirche ihren prominenten Standort Ecke Hohenstaufenstraße/Friedrich-Ebert-Anlage bei. Durch das um den Kirchturm auf rund 450 Quatratmetern Grundfläche errichtete vierstöckige Gebäude, werde weiterhin »im öffentlichen Raum deutlich erkennbare kirchliche Präsenz gezeigt«. In welcher Gestalt dies geschehe, konkretisiere sich demnächst im Rahmen eines Architekturwettbewerbs. Bis sich der erste Stein bewege, dauere es allerdings noch zwei bis drei Jahre, schätzt die Oberkirchenrätin.

Von klein bis groß

Bezüglich der Innenausstattung sei schon klar: »Der neue Kirchenraum soll durch zuschaltbare Flächen vom kleinen Gottesdienst mit 20 bis hin zur Großveranstaltung mit 300 Personen wachsen können.« Zu den Aufgaben der künftigen Planer gehöre zudem, die denkmalgeschützten Teile der Matthäuskirche wie Fenster, Altarrelief und Kanzel in den Neubau zu integrieren.

»Historie und Moderne sollen zusammen kommen«, unterstrich Rahn-Steinacker und erwartet, dass der Wettbewerb »hochwertige architektonische Antworten« liefert. Die hält Kirchenvorstand Wolfgang Nethöfel für umso wichtiger, als die Matthäuskirche längst »zur Marke geworden« ist. »Mit ›Matthäus macht Programm‹ haben wir Nutzungskonzepte erprobt und einen Standort profiliert.« In den Predigtreihen, Vorträgen und Diskussionsveranstaltungen sei es »letztlich immer um ein gelingendes Zusammenleben in der Stadt der Zukunft« gegangen, erinnerte Nethöfel, der das Raumkonzept des Neubaus mitentwickelt hat. Nun biete sich »eine Riesenchance, kirchliche Zukunft zu gestalten«, einen »Ort der Sammlung, Versammlung und Sendung« zu erbauen. »Das goldene Turmkreuz der Neuen Matthäuskirche steht dabei für eine bleibende Verpflichtung.« Der Turm mit dem goldenen Kreuz Dem Turm mit dem goldenen Kreuz misst auch Stadtdekan Achim Knecht hohen Stellenwert bei. Zum einen sei er »in der Hochhauslandschaft von Frankfurt zu einem Symbol für Kirche in der modernen Gesellschaft geworden«. Zum anderen stehe das Kreuz »für Menschlichkeit und Barmherzigkeit im Umgang mit allen Menschen – egal wer sie sind, woher sie kommen und welche Sprache sie sprechen.« Im Gemeindesaal ließ er denn auch keinen Zweifel: »Deshalb brauchen wir an dieser Stelle weiterhin eine Kirche.« Die Finanzierung der Neue Matthäuskirche sowie deren künftigen Bauunterhalt lasse sich freilich nur durch den Verkauf des restlichen, etwa 2500 Quatratmeter umfassenden Teils des Grundstücks stemmen. Da der ERV als Solidargemeinschaft der Frankfurter Kirchengemeinden für Bau und Unterhalt aller Gebäude zuständig sei, trage der Erlös auch zu deren Unterhalt bei. Von Doris Stickler

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