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Taschentücher und Kerzen

Andachtstruhe hilft bei der Trauerarbeit

Marlene BroeckersDie Andachtstruhe enthält eine Fülle von Material für verschiedene Anlässe. Nutzer können sie nach eigenen Wünschen ergänzen (Bild oben). Mit Bildern kann man schwierige Gesprächsinhalte gut unterstützen.

JUGENHEIM. Über Sterben, Tod und Trauer sprechen viele Menschen nicht gern. Um dem zu begegnen, hat die Nieder-Ramstädter Diakonie vor einigen Jahren ein Konzept entwickelt. Ein wichtiger Bestandteil davon: die sogenannte Trauer- oder Andachtstruhe. Der Wohnverbund Jugenheim hat sie zum ersten Mal eingesetzt.

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Ganz schön Gewicht hat die Trauertruhe, die Anni Dobler mit einem Rollwagen vom Erdgeschoss in den ersten Stock des Franz-Josef-Helferich-Hauses transportiert. Vor einigen Tagen ist ein Bewohner gestorben, der viele Jahre hier gelebt hat. Jetzt wird die Truhe für eine Andacht am Nachmittag bereitgestellt. »Sie ist mit allerlei hilfreichen Materialien gefüllt und hat ihren festen Platz hier im Haus. So muss man nicht erst alles zusammentragen«, erklärt Dobler.

Was drin ist: Taschentücher, Kerzen, Streichhölzer, ein Bilderrahmen mit Aufsteller, Trauerkarten oder eine Bibel. Auch ein Zeichenblock mit Malstiften, Vase, Gesangbuch und Engelsfiguren gehören zur Grundausstattung jeder Andachtstruhe. Künftig soll diese noch erweitert werden: Ein Leitfaden zum Ablauf einer Aussegnungsfeier, Psalmen und Lieder in Leichter Sprache und Gebärdensprache sind ebenso in Arbeit wie Bildkarten, mit denen Gefühle zum Ausdruck gebracht werden können. Die neu gestalteten Materialien werden dabei nicht nur innerhalb der Nieder-Ramstädter Diakonie (NRD) eingesetzt, sondern können auch von externen Nutzern, zum Beispiel Kirchengemeinden, erworben werden.

Großen Lebensbaum auf den Deckel gemalt

Die Truhe lädt dazu ein, ganz individuell gestaltet und bestückt zu werden. Dobler beispielsweise hat die Truhe des Jugenheimer Wohnverbundes gemeinsam mit Teilnehmern aus der Seniorengruppe gestaltet, die sie seit einigen Jahren ehrenamtlich begleitet. Das Holz wurde komplett mit Farbe grundiert, auf den Deckel ein großer Lebensbaum gemalt, die Seitenwände mit Fotos beklebt. Die Fotos verbildlichen die unterschiedlichen Phasen eines jeden Lebens, von der Geburt über die Kindheit, Schulzeit und das Arbeitsleben bis hin zum Alter und den Tod.

Das Konzept wurde schon vor einigen Jahren entwickelt und fußt auf ersten Ideen, die Marianne Lehrian im Wohnverbund Groß- Bieberau, damals noch in Form eines Trauerkorbs, entwickelt hatte. Mit Beate Braner-Möhl, Leiterin der Stabsstelle Diakonie, wurden diese weitergedacht, bis schließlich die Trauertruhen als passende Form gefunden waren. »Die Trauertruhe, die auch für andere Andachten verwendet werden kann, fügt sich gut in das Gesamtkonzept der NRD ein. Sterben und Tod sollen hier nicht tabuisiert werden«, erklärt sie.

Von Hanna Ashour

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