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Erster Schritt zum Glauben

Auf Gottes Hilfe vertrauen

Foto: gettyimagesWasser spendet Leben, aber es nimmt auch Leben. Zu wenig davon bereitet Probleme, zu viel davon auch.

Foto: privatWaltraud Frassine ist Prädikantin in Reichelsheim im Odenwald.

Wasser ist wichtig. Das haben wir in Deutschland im vergangenen Sommer erlebt, als es monatelang nicht regnete. Wiesen und Felder sind vertrocknet. Die Versorgung mit lebenswichtigen Gütern auf den Flüssen mit ihrem Niedrigwasser wurde zeitweise gestoppt. Aber auch zu viel Wasser ist schlimm. Tsunamis mit verheerenden Auswirkungen, Überschwemmungen nach tagelangen Regenfällen oder – wie im Januar in den Alpen – Wasser in Form von meterhohen Schneedecken machen das Leben schwer oder unmöglich.

Die Lesungen aus der Bibel am vierten Sonntag vor der Passionszeit drehen sich um das Wasser, und zwar um Wasser, das Menschen bedroht und ängstigt. Und sie erzählen davon, wie Gottes Macht aus den Bedrohungen heraushilft. Gleich am Anfang des Alten Testaments steht die Erzählung von der Sintflut. Die Menschen sind machtlos gegen die Wassermassen. Die Welt geht in der Flut unter. Erst als Gott den Regen stoppt, gibt es für Noah und seine Familie die Aussicht auf Rettung und Weiterleben.

Im Neuen Testament (Predigttext Markus 4,35-41) fahren die Jünger mit Jesus auf dem See Genezareth. Sie wollen Abstand gewinnen von den vielen Menschen, die Jesus hören wollen, die zusammenströmen, wenn er redet. Ein Sturm kommt auf. Das Boot droht zu kentern. Die Jünger haben Todesangst. Das kann nachempfinden, wer schon einmal einen Sturm auf See oder Überschwemmungen an Flussläufen erlebt hat.

Stürme und Überschwemmungen können als Bild stehen für alle unkontrollierbaren, nicht zu beeinflussenden Elemente und Gewalten, die das Leben bestimmen. Die Natur – Gottes Schöpfung – kann der Mensch nicht beherrschen. Allen Frühwarnsystemen und langfristigen Gegenmaßnahmen zum Trotz entzieht sie sich. Tsunami, Erdbeben, Feuer, Krankheiten – sie bedrohen das menschliche Leben.

Der Mensch müsste verzweifeln, würde er wie die Jünger auf dem See nur ins Wasser starren. Er würde verzagen, kreisten seine Gedanken nur um das, was ihn gefährdet und sein Leben bedroht. Die Jünger ahnen, wo sie Hilfe finden können. Sie wecken Jesus auf. Sie setzen auf ihn. Ihr Vertrauen wird belohnt. Jesus gebietet dem Sturm Einhalt. Der See wird still, die Gefahr ist überstanden. Der Glaube und die Hoffnung auf Gottes Hilfe wird Menschen nicht davor bewahren, an Krankheiten zu leiden oder durch Naturkatastrophen in Gefahr zu geraten. Vieles davon haben sie durch ihr Verhalten selbst verursacht.

Dann dieses starke Bild: Jesus droht dem Wind und gebietet dem Meer zu verstummen. Alles wird gut, jedenfalls für den Moment. Die Sicherheit wünscht sich doch jeder, wenn er in Gefahr ist, wenn er weiß, dass andere Menschen gefährdet sind: dass Gott da ist, den Stürmen im Leben Einhalt gebietet und das Leben heil wird. Ich möchte auf Gottes Hilfe vertrauen können. Vielleicht ist dieser Wunsch ein erster Schritt zum Glauben. Er befreit mich. Ich muss nicht mehr gebannt auf Bedrohung und Gefährdungen starren. Ich werde handlungsfähig, kann das tun, was in meiner Macht steht. Ich kann Gott die Chance geben, seine helfende Macht zu zeigen.

Waltraud Frassine

Wasser spendet Leben, aber es nimmt auch Leben. Zu wenig davon bereitet Probleme, zu viel davon auch.

Waltraud Frassine ist Prädikantin in Reichelsheim im Odenwald.

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