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Bruder Paulus gibt Tipps für Glauben während Corona

ScreenshotBruder Paulus aus Frankfurt ist seit seinem 19. Lebensjahr Mönch.

NIEDERHÖCHSTADT. Eines zeige die Corona-Krise: »Geht nicht gibt‘s nicht.« Findet jedenfalls Bruder Paulus aus Frankfurt.

Wenn du von jetzt auf gleich alles verändern könntest, was würdest du tun?« Den in Corona-Zeiten Online-GoSpecial für Kirchenferne startet Pfarrer Karsten Böhm von der Niederhöchstädter Andreasgemeinde auch an diesem Sonntag mit einer Umfrage. Diesmal in Frankfurt, denn hier wird er später Bruder Paulus treffen, Mitglied des Kapuzinerordens. Treffpunkt ist die Pforte des Liebfrauenklosters, wo die Ordensbrüder Wohnungslose bewirten und beraten. Hier lebt und wirkt der aus Funk, Fernsehen und Büchern bekannte Ordenspriester.

»Geht nicht gibt's« nicht wird bleiben

Dass man nach der Coronapandemie einfach wieder zur Normalität zurückkehrt, glaubt der Theologe nicht. »Wir wissen jetzt, dass alle Menschen gleich sind, gleich bedroht.« In der ganzen Welt habe sich alles ändern müssen. »Weniger Autofahren oder einfach Zuhause bleiben. »Geht nicht gibt‘s nicht, das ist etwas, das ganz stark bleiben wird.«

Was rät der Gottesmann Menschen, die die Krise für eine Veränderung nutzen wollen? »Geht mal zum Ursprung zurück!«, schlägt er vor. »Mann und Frau, nehmt euch an die Hand und geht dahin, wo ihr euch verliebt habt.« Als Single könne man sich fragen, wo die eigenen Wünsche liegen, dazu ruhig mal im alten Tagebuch blättern. Das sei vielleicht das Musikinstrument, das man früher mal gespielt habe. 

Veränderungen immer klar kommunizieren

 »Was mache ich denn, wenn man von außen auf persönliche Veränderungen kritisch reagiert?«, fragt Pfarrer Böhm. »Wenn ich etwas verändern will, muss ich das kommunizieren«, betont Paulus. Er selbst ernähre sich seit acht Jahren fleischlos und habe das im Vorfeld mit den Brüdern besprochen. 

Seine größte Veränderung habe er aber schon mit 16 Jahren erlebt, erzählt er. Als ihm klargeworden sei, dass an erster Stelle Christus stehe, was er als Hort der Freiheit erlebt habe. Seit seinem 19. Lebensjahr ist er Mönch, sei drei Monate nach dem Abitur in den Orden eingetreten, mehr als vier Jahrzehnte liegt das bereits zurück. Natürlich habe er diese Entscheidung auch mal in Frage gestellt. Aber insgesamt mache es superglücklich zu wissen, dass es seine Lebensbestimmung sei, Kapuziner zu sein, so wie es für einen anderen die Mission sei, Single oder verheiratet zu sein.

»Manche müssen ihre Mission auch ganz neu entdecken.« Wenn man nach einem Unfall vielleicht im Rollstuhl sitze oder sich während der Coronazeit zu Hause bewähren müsse statt im Job zu glänzen. Krisen könnten sogar beglückend sein. »Wenn ich nicht mehr glaube, dass sich die Welt allein um mich drehen muss«, so Paulus.

In der Mittagspause auf dem Balkon beten

Ob er einen Tipp, habe, wie man als Mensch auf Gott zutreten könne, fragt Böhm. Erster Schritt sei, den Verstand einzuschalten und sich klarzumachen: Es gibt viele religiöse Menschen, die gut mit Gott gefahren sind, antwortet der Mönch. Das zweite sei die Stille. So solle man doch mal mittags um 12 Uhr vom Desktop aufschauen und hören, ob irgendwo Glocken klingen. Dann drei Minuten auf den Balkon treten und beten und wenn die Kollgen dann »Wo warst du denn?«, sagen: »Ich war mal eine beten.«

Von Juliane Schneider

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