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Aus für Laden an der Stadtmission

Buchhändler mit Leib und Seele

eöa/Rebecca KellerJoachim Keidl hätte gern noch fünf Jahre bis zu seinem Ruhestand weitergemacht. Doch die Umsätze in der Buchhandlung an der Stadtmission sprachen eindeutig dagegen. Also zieht er nun die Reißleine.

DARMSTADT. 1910 eröffnete die Evangelische Stadtmission die Buchhandlung in Darmstadt. Nach fast 110 Jahren ist das Geschichte. Viele werden das Angebot vermissen.

Es war am Ende nicht mehr abzuwenden: Joachim Keidl schließt seine Buchhandlung an der Stadtmission in Darmstadt zum 10. Januar. Bereits in den vergangenen Jahren hatte Keidl das Sortiment deutlich verkleinert – nun muss er ganz aufgeben. »Das wirtschaftliche Risiko war zu groß«, sagt Joachim Keidl. Seine Buchhandlung war nicht nur bei Christen aller Konfessionen ein beliebter Anlaufpunkt. Die größte Auswahl an Bibeln, Losungen und christlicher Literatur weit und breit bot Joachim Keidl , ebenso eine große Auswahl sorgfältig ausgewählter CDs und DVDs, Karten, Kalender und Geschenkartikel. Gerade auch die fachkundige Beratung von Keidl und seinen Mitarbeiterinnen haben viele Kunden geschätzt.

Joachim Keidl hat sich drei Mal neu erfunden

1910 eröffnete die Evangelische Stadtmission die Buchhandlung. Seit mehr als 30 Jahren führte Joachim Keidl hier die Geschäfte, bis die Gemeinde ihre Buchhandlung aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr halten konnte. 2013 übernahm der gelernte Verlagsbuchhändler Keidl das Geschäft von der Stadtmission und wurde selbst Inhaber. Viele Ideen hatte er mit seinem eigenen Laden. Bald schlug der pädagogische Zirkus »Hallöchen« im ersten Stock seine Zelte auf. Dort verkaufte Inhaber Heinz Kiel Zirkusmaterialien und Selbstgemachtes. Die Ehefrau des früheren Pastors arbeitete in der Buchhandlung.

Mühsamer Job nur für Idealisten

Der Untermieter betrieb auch ein kleines Café – eine ideale Kombination mit dem Buchladen. Es gab gemeinsame Lesungen mit Menü, Vorträge und sogar einen Tangoabend. Doch nach zweieinhalb Jahren gaben beide das gemeinsame Projekt wieder auf. Joachim Keidl betrieb das Café »Erlesen« zunächst allein weiter. Doch der Aufwand war zu groß. Nach anderthalb Jahren beendete er den Café-Betrieb und konzentrierte sich ganz auf den Buchverkauf. »Ich habe mich drei Mal neu erfunden«, sagt der 60-Jährige. Mit dem Zirkus, mit dem Café und zuletzt 2017 mit der Verkleinerung des Ladens auf nur noch das Erdgeschoss. »Es war mühsam«, so Joachim Keidl, »es ist einfach ein Job für Idealisten«.esz/Rebecca Keller

Am Sonntag, 26. Januar, um 10 Uhr beginnt der Abschiedsgottesdienst in der Darmstädter Stadtmission in der Merckstraße 24. Joachim Keidl und die Mitarbeiterinnen der Buchhandlung wirken selbst mit.

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Renate Haller (rh)
Chefin vom Dienst

Tel.: 069 / 92107-444
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