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Gegen rechts

Christen können nicht rechtspopulistisch sein

eöa/Peter BongardAxel Wengenroth warnt vor rechtspopulistischen Tendenzen in der Gesellschaft. Wengenroth sagt, ein Besuch des Konzentrationslagers in Auschwitz habe ihn sehr geprägt.

Westerburg. Können Christen rechtspopulistische Parteien wählen? Mit Politikern rechter Parteien diskutieren? Dekan Axel Wengenroth hat klare Antworten auf diese Fragen.

Dekan Axel Wengenroth hat sich gegen populistische Positionen gewehrt. Nach Ansicht Wengenroths ist der christliche Glaube nicht mit braunem Gedankengut vereinbar. Mehr noch: Der Vorsitzende der Pfarrerschaft findet, dass rechtspopulistische Parteien für Christen nicht wählbar sind. »Ich bin der festen Überzeugung, dass man als Christ einer Partei, in der menschenverachtende Positionen vertreten werden, nicht angehören kann«, sagte er während der Herbstsynode des Dekanats Westerwald in Westerburg. »Und wenn man seinen christlichen Glauben richtig versteht, kann man sie auch nicht wählen.«

Als Christ Stellung beziehen

Wengenroth hält es zwar für richtig, dass Kirche keine Wahlempfehlungen ausgibt, da das dem Verständnis von »evangelischer Freiheit« widerspräche. Trotzdem erwartet er, dass jeder evangelische Christ Stellung bezieht, um so die Diskussion und Meinungsbildung in der Kirche voranzubringen.

Bilder haben sich eingeprägt

Wengenroth erzählt von eigenen Erlebnissen aus den 1980er-Jahren, als er während einer Studienreise nach Polen das Konzentrationslager Auschwitz besucht hat: »Die Bilder haben sich in mein Gedächtnis eingebrannt«, sagt er. »Ich habe mich gefragt, wie ich damit leben könnte, wenn es meine Geschwister, meine Kinder, meine Eltern gewesen wären, die in diese Hölle gegangen sind.« Wenn Politiker diesen Horror nun als »Vogelschiss« abtun, drehe sich ihm der Magen um, sagt Wengenroth.

Menschenverachtung unerträglich

»Die Kaltschnäuzigkeit und Menschenverachtung, die aus diesen Worten spricht, ist mir unerträglich und im höchsten Maße widerlich.« Für sich persönlich hat Wengenroth daher nicht nur entschieden, vor rechtspopulistischen Positionen zu warnen. Er wird Vertreter dieser Parteien auch nicht zu öffentlichen Diskussionen einladen oder sich mit ihnen auf ein Podium stellen, stellt er in Westerburg klar. »Denn wie wir gesehen haben, geht es ihnen nicht um den politischen Austausch und den Respekt gegenüber anderen Positionen, sondern darum, den Feind an die Wand zu drücken und kaltzustellen.«Von Peter Bongard

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