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Ausstellung der Erwachsenenbildung Worms-Wonnegau über die dunkle Zeit des Tages

Die Nacht ist nicht nur schwarz

Joachim BonathOlaf Mückain (von links), Dorothea Zager, Justus Wolf, Werner Zager und Paul Streich eröffnen die Ausstellung »Die Farben der Nacht«.

WORMS. »Die Farben der Nacht« ist der Titel für Ausstellung und Vortragsreihe der Evangelischen Erwachsenenbildung Worms-Wonnegau in den Räumen des städtischen Museums Heylshof. Sie greift dabei auf eine Kunsttechnik zurück, die sich für die Darstellung der Nacht besonders gut eignet.

S chwarz ist die Nacht, und in der Nacht sind alle Katzen grau. Weiß ja jeder. Insofern ist es nicht gerade selbstverständlich von den »Farben der Nacht« zu sprechen. Oder so eine Ausstellung zu nennen. Aber genau das hat die Evangelische Erwachsenenbildung Worms- Wonnegau getan.

Fundus aus Nachlässen

»Die Farben der Nacht« heißt die Schau, die derzeit im Wormser Heylshof zu sehen ist. Eine Vortragsreihe begleitet sie. »Die Ausstellung selbst vom Bestand her stammt aus dem Kunsthistorischen Institut der Universität Trier und der dortige Kurator, Stephan Brakensiek, hat die Arbeiten aus dem sehr reichen Fundus , der teilweise aus Nachlässen stammt, zusammengestellt«, sagte Kurator Olaf Mückain bei der Eröffnung.

Die Ausstellung umfasst mehr als 60 Druckgrafiken, die zwischen dem 16. und dem 20. Jahrhundert entstanden sind. Sie stammen aus der alt-niederländischen Kunst und aus dem holländischen Barock, aber auch aus der englischen und aus der deutschen Romantik. Die Druckgrafik eigne sich besonders zur Darstellung der Nacht, sagte Mückain, weil der Kontrast von Hell und Dunkel bei ihr besonders stark sei.

»Jeder Tag hat einen Namen – nur die Nacht hat keinen«

Initiator der Schau ist Werner Zager, der Leiter der Erwachsenenbildung Worms-Wonnegau. Dessen Frau Dorothea Zager, Pfarrerin in der Wormser Friedrichsgemeinde, hielt einen Einführungsvortrag. »›Bei Nacht und Nebel...‹ – was uns an der Dunkelheit fasziniert und ängstigt zugleich«, war er überschrieben. »Jeder Tag hat einen Namen – nur die Nacht hat keinen«, begann Dorothea Zager ihren mit wunderbaren Nachtaufnahmen vom Sternenhimmel und anderen sachdienlichen Aufnahmen gespickten Vortrag.

Menschen überstrahlen die Leuchtkraft der Sterne

Angst vor der Nacht ist nicht unbedingt nur eine menschliche Eigenschaft. Vor Nyx, in der griechischen Mythologie die Göttin der Nacht, habe sich selbst Göttervater Zeus gefürchtet, berichtete die Pfarrerin. Selbst das Hormon, das im menschlichen Körper den Schlaf steuert, trägt den wenig sympathieerzeugenden Namen »Melatonin« – vom griechischen »melas« für »schwarz«. Immerhin hat das menschliche Auge spezielle Sehzellen, die auf die Wahrnehmung von Hell-Dunkel-Kontrasten spezialisiert sind, die sogenannten Stäbchen. Vor allem bei Dunkelheit sind sie nützlich, zum Beispiel wenn man in den Sternenhimmel blickt. Aber leider sieht man dort oben immer weniger. Die Menschen überstrahlen mit ihren Lichtquellen die Leuchtkraft der Sterne. Dorothea Zager zeigte ein doppeltes Bild des Sternbilds Orion, das dies verdeutlichte: links ohne, rechts mit Lichtverschmutzung.

Der erst elfjährige Justus Wolf rundete die Vernissage mit seinen Beiträgen am Klavier ab. Ihm zur Seite stand sein Lehrer Paul Streich von der Wormser Lucie-Kölsch-Musikschule.

Von Joachim Bonath

Termine der Vorträge: 16. November, Stephan Brakensiek: »Die Farben der Nacht. Dunkelheit als Thema der Druckgrafik«; 23. November, Dorothea und Werner Zager: »Ringsum ruhet die Stadt. Die Nacht in Märchen, Liedern und Gedichten«; 30. November, Christian Schmitt: »Die Klänge der Nacht. Über Nachtstücke, Nachtmusiken und Nocturnes«. Die Vorträge beginnen jeweils um 19.30 Uhr im Museum Heylshof.

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