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Bernd-Christoph Matern testet drei Wochen lang E-Mobil

Drei Wochen E-Auto

eöa/Bernd-Christoph Matern»Greta Mobil« heißt das E-Auto, mit dem Bernd-Christoph Matern die vergangenen Wochen unterwegs war.

SINGHOFEN. Das Dekanat Nassauer Land nutzt ein Jahr ein E-Mobil. Öffentlichkeitsarbeitsreferent Bernd-Christoph Matern hat das »Greta-Mobil« getestet und denkt nun anders über die Umwelt nach.

Ich gebe zu: Matthias Metzmacher, Pfarrer für Gesellschaftliche Verantwortung im Dekanat Nassauer Land, musste lange auf mich einreden. Der Haupt-Hemmschuh waren die eigenen Gewohnheiten. Aber: Wie sollte ich mitreden können, wenn ich noch nicht mal bereit bin, diesen Test mitzumachen?

»Also gut, ich mache mit«, hatte er mich weich geklopft. Die Umstellung vom Schaltgetriebe auf einen Automatik bedeutete die größte Herausforderung. Nachdem ich den Dreh raus hatte, hat der Test eigentlich nur noch Spaß gemacht.

Beim Design kann das E-Auto locker mithalten

Bei Innenausstattung und Fahrkomfort hält das E-Mobil locker mit. Sensoren, die bei dunkler Umgebung automatisch das Licht einschalten, sind ein Beispiel dafür. Der kaum hörbare Elektromotor verwirrt am Anfang etwas. Einmal hatte ich vergessen, den Motor per Knopfdruck auszuschalten und mich gewundert, warum sich das Fahrzeug nicht abschließen lässt.

Die relativ kurze Reichweite hat in den drei Wochen kein einziges Mal zu einem Problem geführt. Allerdings erfordert sie etwas Planung, welche Fahrtstrecken am nächsten Tag oder besser noch innerhalb einer Woche anstehen. Eine Reihe von Partnern haben dem Dekanat ihre Ladestationen zur Verfügung gestellt. Aber selbst das Starkstromladen dauert ein bis zwei Stunden.

Also nutzte ich den normalen Stromanschluss in der Garage. Da dauert das Laden von 0 auf 100 Prozent etwa 20 Stunden. Ein Starkstromanschluss ist übrigens in jedem Haushalt, der über einen Herd verfügt, nachrüstbar.

Eine einfache Lösung gibt es auch bei E-Mobilität nicht

Da bin ich bei den Bedenken, die mir immer wieder begegnet sind. »Wo soll der ganze Strom herkommen, wenn wir alle E-Mobil fahren?« Um sie zu beantworten, müsste man den Stromverbrauch und die Stromkapazitäten kennen und vorhersagen können. Das kann ich nicht, und die Skeptiker nannten mir auch keine belastbaren Daten. Fest steht, dass in Deutschland nicht innerhalb eines Jahres 47 Millionen Verbrennungsmotoren gegen 47 Millionen E-Autos getauscht werden dürften. Jedenfalls hat in den 1960er Jahren die Frage, woher das ganze Öl kommen soll, niemanden davon abgehalten, aufs erste Auto zu sparen. Heute wissen wir nicht nur, woher das Öl kommt. Was wir vor 40 Jahren allenfalls ahnten: Wie viel Kriege der Kampf ums Öl in fernen Ländern ausgelöst hat.

Damit bin ich bei einem zweiten Einwand: die Rohstoffe, die für die Herstellung eines Akkus gebraucht werden. Dazu zählen seltene Erden, die größtenteils durch Kinderarbeit zu Tage befördert werden. Aber leben wir unseren Wohlstand auf Kosten von Entwicklungsländern wirklich nur, wenn wir Akkus produzieren? Müsste, wer das anprangert, nicht sofort auf sein Smartphone verzichten? Ist das nicht vielmehr ein wichtiger Grund, sich stärker für gerechtere Bedingungen im globalen Wirtschaften insgesamt einzusetzen?

Kein Gestank mehr

Ehrlich gesagt, hat mich während der Testphase die Frage nach meinem Beitrag zur Verringerung des CO 2 -Ausstoßes am allerwenigsten beschäftigt. Viel naheliegender: Ich konnte den Kofferraum bei laufendem Motor aus- und einräumen, in die Garage fahren, ohne irgendeinen Gestank in der Nase zu verspüren. Das ist für mich der Hauptgrund, nach dem Testfahren zum Befürworter der E-Mobilität mutiert zu sein. »Jetzt stinke ich wieder«, war mein erster Gedanke, nachdem ich das Greta-Mobil an die Kollegin abgeben musste.

Mein Fazit: Als Zweitwagen ist ein E-Auto auf dem Land eine echte Alternative. Ein Hindernis stellt der hohe Anschaffungspreis dar und die mangelnden Erfahrungen, was Lebensdauer, Verschleiß und Reparaturkosten anbelangt. esz

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