Evangelische Sonntags-Zeitung

Angebote und Themen

Herzlich Willkommen! Entdecken Sie, welche Angebote der Evangelischen Sonntags-Zeitung zu Ihnen passen. Über das Kontaktformular sind wir offen für Ihre Anregungen.

AngeboteÜbersicht
Menümobile menu

Wirtschaftsethik

Ein guter Ruf ist viel wert

eöa / Peter BongardIn Paul Cvilaks Unternehmen arbeiten Menschen mit Behinderung. Wie, das berichtet er auf dem Forum Wirtschaftsethik.

Montabaur . Gewinn will jeder Unternehmer machen. Doch mittlerweile spielt auch das »Wie« eine große Rolle, das lernen die Zuhörer des Forums Wirtschaftsethik. Erfolg um jeden Preis, das ist nicht mehr die Devise.

Wirtschaft und ethisches Handeln haben oft nur wenig miteinander zu tun. Zumindest lassen das die Arbeitsmarktstatistiken vermuten: Von den 7,6 Millionen erwerbsfähigen schwerbehinderten Menschen hat nicht einmal die Hälfte einen Job. Und das, obwohl beispielsweise die Arbeitslosigkeit im Westerwald mit nur 2,7 Prozent auf einem historischen Tiefstand ist. Der Aufschwung scheint an diesen Menschen vorbeizugehen.

Ethisches Handeln

Doch es geht auch anders. Das Westerwälder Forum Wirtschaftsethik hat im Schloss Montabaur zu einem Abend mit dem Titel »Inklusive Unternehmen – Mehrwert und mehr wert« eingeladen. Währenddessen erlebten rund 50 Vertreter aus Wirtschaft, Gesellschaft und Kirche, wie erfolgreiches Wirtschaften und ethisches Handeln gelingen kann.

Arbeiten am Computer

Zum Beispiel mit alten Computern. Die Geschäftsidee von Paul Cvilak ist einfach: Sein Unternehmen Arbeit für Menschen mit Behinderung (AfB) kauft ausrangierte Rechner von Unternehmen auf, löscht zuverlässig die darauf enthaltenen Daten, arbeitet die Computer auf und verkauft sie weiter. Damit handelt das 2004 gegründete gemeinnützige Unternehmen nicht nur ressourcenschonend, sondern ausgesprochen erfolgreich: Es hat Niederlassungen in Deutschland, Österreich, Frankreich, der Schweiz, verarbeitete pro Jahr 300 000 Rechner und beschäftigt 350 Angestellte. Das Besondere: Fast die Hälfte der Mitarbeiter hat eine Behinderung. »Das Aufarbeiten der Rechner hat oft etwas Monotones, bei dem Menschen ohne Behinderung Fehler machen. Männer und Frauen mit Handicap machen seltener Fehler und sitzen jeden Tag aufs Neue mit Begeisterung an den Computern«, erklärt Paul Cvilak.

Jeder muss Gewinn machen

Das mag berechnend klingen. Aber nur wer rechnet, kann langfristig Arbeitsplätze sichern, so das Credo des Geschäftsmannes. »Es ist Quatsch, jemanden einzustellen, nur um ihm oder ihr etwas Gutes zu tun. Schließlich müssen wir Gewinn machen, um langfristig Arbeitsplätze zu sichern. Die Beschäftigung von behinderten Menschen muss sich letztlich rechnen.« Von Peter Bongard

Diese Seite:Download PDFDrucken

Ihre Ansprechpartnerin

Renate Haller (rh)
Chefin vom Dienst

Tel.: 069 / 92107-444
E-Mail

to top