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Gottesdienst

Ein lautes Friedenssignal

esz/ privatVielfalt bereichert. Das erleben die Besucher eines Gottesdienstes in Neu-Isenburg.

Neu-Isenburg. Das ist rekordverdächtig: Mehr als 20 Sprachen erklangen in einem Gottesdienst und gaben ein deutliches Signal.

Die evangelisch-reformierte Buchenbuschgemeinde feierte mit Pfarrerin Susanne Lenz ein besonderes Fest: Als Lenz vor zwölf Jahren als Pfarrerin in der Neu-Isenburger Kirchengemeinde zu arbeiten begann, lud die Gemeinde erstmals zu einem Eröffnungsgottesdienst zur bundesweiten »Interkulturellen Woche«. Seitdem beteiligt sich die Gemeinde jährlich mit einem Programm an der Aktionswoche, das Vorträge, Ausstellungen, Podiumsdiskussionen, Theater, Filme, Filmgottesdienste und vieles mehr enthält. Immer mit dem Ziel, den Frieden der Religionen, Kulturen und Nationen zu fördern.

Ein besonderer Rekord

Dass in diesem Jahr insgesamt 21 verschiedene Sprachen während des Gottesdienstes erklangen, stellte einen »Rekord« dar: Die Palette reichte von Japanisch, Persisch, Italienisch, Hebräisch, Kroatisch, Rumänisch und Griechisch bis hin zu ungewöhnlichen Sprachen wie Tagalog, Yoruba oder Igbo. Die zahlreichen Besucher konnten in vielen Sprachen hören, wie in biblischen Zeiten mit Fremdenfeindlichkeit und -hass umgegangen wurde. Außerdem erfuhren sie, welche Erwartungen der jüdisch-christliche Glaube an Menschen hat, die mit Ausgrenzung und Ablehnung von Fremden konfrontiert werden.

Alle Menschen sind Ausländer

Unter dem Motto »Vielfalt verbindet« nahm Pfarrerin Susanne Lenz unter anderem auf die Ereignisse von Chemnitz, rechtspopulistische Äußerungen und Ausschreitungen gegen Fremde Bezug: Sie gehe kritischen Fragen an den interreligiösen Dialog nicht aus dem Weg gehen, sagte Lenz. Sie ärgere sich aber über provozierende T-Shirts einer rechtspopulistischen Partei mit der provozierenden Aufschrift »Unsere Sprache ist Deutsch!«. Diese stünden der Freude über die Vielfalt von Sprachen und Kulturen entgegen. Jeder einzelne der Gottesdienstbesucher sei ein Fremder – ganz nach dem Motto »Alle Menschen sind Ausländer – fast überall!«. Und dennoch feierten sie gemeinsam einen Gottesdienst.

Mauern überwinden

Im Rahmen des Gottesdienstes trugen Vertreter der Religionen Texte aus ihrer Tradition vor. Lenz konnte als Gäste Muslime aus Neu-Isenburg und der Region begrüßen, Mitglieder der regionalen Bahá’í-Gemeinden und Buddhisten – die Hindus und Juden, die in den vergangenen Jahren beteiligt waren, schickten Grüße. Im Anschluss trafen sich die Besucher zu einem internationalen Imbiss. Dort tauschten sie sich bis in den Nachmittag hinein über interreligiöse und interkulturelle Themen aus, probierten asiatische, afrikanische und europäische Speisen. Diese Kirchengemeinde, so der Kommentar eines Gastes aus Frankfurt, »überwindet Mauern«, die andernorts noch »als unüberwindbar gelten«. esz

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