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Ausstellung zeigt Bilder von Wanderungen auf dem Jakobsweg

Ein Stück Jakobsweg in Wiesbaden

Anja Baumgart-PietschMarlies Franz hat ihre Eindrücke von den Wanderungen auf dem Jakobsweg in Bildern festgehalten.

WIESBADEN. Pilgern liegt im Trend. Wer vor oder nach seiner Reise noch einmal Pilgerluft schnappen möchte, kann sich eine Ausstellung in der »Schwalbe 6« ansehen.

Einmal auf dem Jakobsweg zu wandern, ist für viele Menschen ein Lebenstraum. Nicht erst, seitdem der deutsche Komiker Hape Kerkeling das getan hat und einen Bestseller darüber schrieb. Auch schon vorher faszinierte die Idee des Pilgerns und des einfachen Lebens inmitten der spanischen und portugiesischen Natur viele, die sich auf die Suche nach Spiritualität begeben wollten. Zwei, die das schon dreimal getan haben, sind Marlies und Karl Franz. Das in Darmstadt lebende Ehepaar ist seit 2009 insgesamt über 2000 Kilometer gelaufen.

Und es soll nicht das letzte Mal gewesen sein, sagt Marlies Franz. Die ehemalige Notariatsangestellte hat sich schon immer künstlerisch betätigt, ist Mitglied verschiedener Künstlergruppen und hat vom Jakobsweg auch künstlerische Inspiration mitgebracht. Schon während des Wanderns, erzählt sie beim Aufbau ihrer Ausstellung in der Wiesbadener »Schwalbe 6«, hätten sich in ihrem Kopf Bilder geformt, die den 14 Stationen des Kreuzwegs Jesu nachempfunden werden sollten.

14 Jakobsweg-Bilder schmücken die »Schwalbe 6«

Diese 14 Bilder hat sie in mehrjähriger Arbeit nach den Wanderungen gestaltet, sie werden nun zum dritten Mal in einer Einzelausstellung gezeigt, nachdem sie 2015 in einer Darmstädter katholischen Kirche und in der evangelischen Kirche »St. Peter auf dem Berg« in Taunusstein-Bleidenstadt zu sehen waren.

Der Pfarrer im Ruhestand Gottfried Mallon, selbst ein begeisterter Pilger, hatte sie in Darmstadt gesehen, nach Taunusstein geholt und schließlich in die Innenstadt Wiesbadens. Dort möchte Franz auch während der Pilgerberatungsstunden, die immer dienstags nachmittags stattfinden, anwesend sein und mit Menschen sprechen, die sich für ihre Abenteuer auf dem Jakobsweg oder natürlich auch ihre Bilder interessieren.

Nicht nur Schönheit findet sich auf dem Jakobsweg

Auch eine interaktive Installation soll entstehen, nach Art der kleinen temporären Kunstwerke, die am Rande des Jakobswegs immer wieder entstehen: Dort stecken Menschen gefundene Dinge immer wieder in Kreuzformen zusammen, berichtet die Künstlerin. Ihre Inspirationen vom Wegesrand sind aber gar nicht immer nur schön. Sie hat Graffiti gesehen, inklusive Hakenkreuzsymbolen und politischen Parolen, viel Müll, was sie sehr betrübte: »Das ist ein heiliger Weg. Trotzdem schmeißen die Leute ihren Müll dort an den Wegrand wie überall.«

Gestaltung der Bilder mit Erde und Plastikmüll

All diese Eindrücke hat die Künstlerin in ihren großformatigen Bildtafeln in unterschiedlichster Technik verarbeitet und die Bilder zu den Kreuzwegstationen in Beziehung gesetzt. Nicht das Schweißtuch der Veronika, sondern das Abbild eines alten Taschentuchs ihres eigenen Vaters sieht man da, die Folter der Henker hat sie durch Bilder entsprechender Graffiti symbolisiert, die tatsächliche Kreuzigung mit dem Thema Stierkampf verbunden. Verschiedene mitgebrachte Materialien wie Sand, Erde und auch Plastikmüll hat Marlies Franz in ihren Gemälden und Collagen verarbeitet.

Anja Baumgart-Pietsch

 

»Durchkreuzte Jakobswege«, 7. März-22. April, »Kirchenfenster Schwalbe 6«, Schwalbacher Straße 6, Wiesbaden. Öffnungszeiten: Montags 10 bis 16 Uhr, Dienstags bis Donnerstags 10 bis 18 Uhr, Freitags 10 bis 13 Uhr.

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