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Bedeutung von Böden hin

Eine Hand voll Erde

privatDer Agraringenieur Rainer Vogel erklärt anhand eines ausgebaggerten Profils die Schichtung des Bodens.

LIMESHAIN/HAMMERSBACH/BÜDINGEN. An den Rändern der Ballungsgebiete benötigt die Wirtschaft immer mehr Fläche. Die Böden unter dieser Fläche gehen dabei für die Menschen verloren – dabei sind sie immens wichtig.

In einer Hand voll Erde befinden sich ungefähr sieben Milliarden Lebewesen – Bakterien, Einzeller, Würmer, Milben, Krebstiere. Die gesamte Masse Leben in einem Hektar Mutterboden ergibt zusammen addiert das Gewicht von 20 Kühen. So erklärte es Maren Heincke, Referentin für den ländlichen Raum des Zentrums Gesellschaftliche Verantwortung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN). »Boden-Wert-Schätzen« hieß ihr Vortrag, der Teil einer Reihe der Kirchengemeinden Eckartshausen, Hainchen, Rommelhausen, Marköbel und Langen-Bergheim ist. Gemeinsam mit dem Verein für Kultur und Heimatgeschichte Hammersbach stellen die Gemeinden den Wert und die Bedeutung von Böden in den Mittelpunkt.

Menschen haben ihre Spuren im Boden hinterlassen

Heincke verwies darauf, dass Flächen, die erst einmal versiegelt sind, in menschlichen Zeiträumen nicht mehr renaturiert werden könnten. Sie beklagte, dass mitunter auch dann neue Flächen bebaut würden, wenn Leerstände zur Verfügung stünden – aus Kostengründen.

In einem weiteren Vortrag der Reihe sprach der Kreisarchäologe des Main-Kinzig-Kreises, Claus Bergmann, über die Bedeutung der Böden als geologische und kulturelle Speicher. Denn die fruchtbaren Lössböden der Wetterau zogen schon früh Menschen an. Wegen ihnen ließen sich die ersten Bauern in der Jungsteinzeit hier nieder. Und auch die Römer haben weder Kosten noch Mühen gescheut, die fruchtbare Wetterau mit dem Limes zu umgeben. Alle diese Menschen früherer Zeiten haben ihre Spuren im Boden hinterlassen.

Landwirt muss weit entfernte Flächen pachten

Der Weiherhof des Landwirts Horst Bopp stand einst weit außerhalb des Dorfs Langen-Bergheim, das zu Hammersbach gehört. Durch den Bau der Autobahn und durch Neubaugebiete liege er mittlerweile mitten im Ort, schilderte Bopp bei einer Stationenwanderung, die ebenfalls Teil der Reihe der Kirchengemeinden war. Er habe mittlerweile Felder und Wiesen im 50 Kilometer entfernten Grebenhain gepachtet, denn durch den andauernden Flächenverbrauch seien ihm bereits 30 Hektar verloren gegangen oder drohen verloren zu gehen.

Anhand zweier ausgebaggerter Bodenprofile erklärte der Agraringenieur Rainer Vogel, Diplom-Agraringenieur und Ökolandwirt vom Hof Buchwald in Windecken, die Schichtung des Wetterauer Bodens, die ihn mit zum fruchtbarsten Boden in Deutschland und auf der ganzen Welt mache. Die vielen senkrechten Risse ermöglichen Regenwürmern und Wurzeln hervorragende Bedingungen, und seine Bedeutung als Wasserspeicher habe der Lössboden gerade in diesem trockenen Sommer wieder bewiesen.

Von Markus Christ

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