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Konzert

Einmal dem harten Alltag entfliehen

Doris SticklerGemeinsam für Menschen am Rande der Gesellschaft: Bata Illic (von links), Tony Marshall und der Nikolaus in der Weißfrauen Diakoniekirche in Frankfurt.

Frankfurt . Musik hören, unbeschwerte Stunden verleben, eben mal ein Konzert besuchen. All das ist für obdachlose Menschen undenkbar. Einmal im Jahr ist das anders.

Wenn das Lied »Michaela« erschallt, gibt es kein Halten mehr. An den Tischen stimmen viele Besucher lauthals in den Refrain mit ein, klatschen in die Hände und wiegen sich im Takt. Manche springen von den Stühlen auf und tanzen. Auch Bata Illic verharrt beim Konzert in der Weißfrauen Diakoniekirche nicht auf der Bühne. Er sucht vielmehr die Nähe zum Publikum.

Anderen eine Freude machen

»Ich möchte etwas zurückgeben und mit meiner Musik anderen Freude machen«, begründet er sein ausdauerndes Engagement. Für das er selbstverständlich keine Gage verlangt. Das wissen die Leute durchaus zu schätzen. Isolde Pauser etwa, die noch keinen seiner Auftritte verpasst hat. »Ich finde es toll, dass Bata das macht«, sagt die 79-Jährige. Sie hört seine Lieder auch zu Hause und fühlt sich dem Sänger aus einem weiteren Grund verbunden: »Wir sind beide der gleiche Jahrgang und im Sternzeichen Waage.«

Ohne Stephan Friedrich geht es nicht

Sorgte Bata Illic früher gemeinsam mit Dunja Rajter und Roberto Blanco für Stimmung, tat er das in den vergangenen Jahren alleine. Dass er das 20. Jubiläumskonzert mit einem guten Freund und Sängerkollegen bestreiten konnte, ist dem Frankfurter Juwelier Stephan Friedrich zu verdanken. Als der Mitinitiator und Mäzen der Musikveranstaltung vor einer Weile Tony Marschall begegnete, erzählte er ihm von der Aktion und brauchte nicht lange zu bitten.

»Kein Politiker spricht über Obdachlose«

»Ich war sofort begeistert von der Idee«, verrät der Künstler, der sich seit langem für Menschen mit Behinderung und für all jene engagiert, die am Rande der Gesellschaft stehen. Deren Lage nehme man hierzulande kaum in den Blick. »Ich habe noch nie einen Politiker über Obdachlose reden hören«, kritisiert Tony Marschall. Er habe deshalb für Arme und Wohnungslose eigens ein Lied komponiert. »Das singe ich heute aber nicht, die Leute sollen nicht an ihre Situation erinnert werden.« Von Doris Stickler

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