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Sozialstation Diez

Essen auf Rädern kommt trotz Corona

eöa/Bernd-Christoph MaternUngewohnt ist die Arbeitskleidung, die die Einsatzkräfte der Sozialstation jetzt mit und an sich tragen.

DIEZ. Sie sind in diesen Wochen besonders gefordert: Die Mitarbeitenden der Kirchlichen Sozialstation Diez haben strenge Vorgaben für ihre Einsätze.

Bis zu 20 Patienten täglich versorgt eine der 70 Pflege- und Betreuungskräfte während einer der insgesamt 30 Touren, mit denen die Sozialstation täglich ambulante Hilfe für fast 400 Patienten in den Verbandsgemeinden Aar-Einrich und Diez leistet. Hinzu kommen 120 Kunden, die mit Essen auf Rädern beliefert werden. »Wir wissen ja nicht, wer da in den Wohnungen alles ein- und ausgeht«, sagt die Leiterin Evelin Scheffler, die kürzlich einen ganzen Aktenordner von Verhaltensregeln zusammengetragen hat. »An erster Stelle steht für mich die Gesundheit unseres Personals, denn es wäre niemandem geholfen, wenn wir da leichtfertig sind«, sagt Scheffler.

Auch Schutzanzüge gehören ab sofort zum Inventar

Strikte und teilweise auch ungewohnte Hygieneanweisungen gehören dazu. Das Tragen von Handschuhen und das Desinfizieren sind im Dienst ohnehin selbstverständlich. Jetzt kommen noch Mundschutz und bei Pflegebedürftigen, die erkältet sind, auch noch ein Schutzanzug dazu. Seit bekannt wurde, dass es auch Corona-Infizierte im Rhein-Lahn-Kreis gibt, hat sich der Dienst der Pflegekräfte radikal verändert. »Ich habe eigentlich überhaupt keine Angst, mich anzustecken«, sagt Natalie Schmidt, »aber es gibt Leute, denen ist es etwas unangenehm, wenn wir mit dem Schutzanzug ins Haus gehen, weil die Nachbarn sich dann wundern könnten, was da los ist.« Manche Patienten hätten dem Dienst auch schon abgesagt aus Angst, jemand ins Haus zu lassen, der Kontakt mit anderen Menschen hat. »Vielen gibt aber allein schon unser Mundschutz ein Gefühl der Sicherheit«, weiß Daliah Zanchettin, auch wenn der hinter den Ohren ganz schön schmerzen könne, wenn man ihn den ganzen Tag trägt.
Aber die Devise lautet derzeit: »Sicher ist sicher!« Öfter als sonst werden die Hände desinfiziert; mit Nachschub hat sich die Station rechtzeitig versorgt. Dazu zählt genauso die Aufklärung und Information von Patienten und deren Angehörigen sowohl mit Infoblättern als auch mündlich.

Eimer mit Putz- und Desinfektionsmittel an Bord

Ungewohnt ist noch ein anderes Requisit, mit dem die Pflegekräfte als auch die Fahrer von Essen auf Rädern dieser Tage auf Tour gehen müssen: ein Eimer mit Putz- und Desinfektionsmitteln. Damit müssen grundsätzlich das eigene Fahrzeug, insbesondere Lenkrad, Handbremse, Türgriffe und andere Bedienelemente jedes Mal gereinigt werden sowie das Diensthandy, in das die Einsätze eingegeben werden. Unabhängig davon wird jetzt darauf geachtet, dass Autos und Handys immer den gleichen Routen zugeteilt werden. Damit wird die Rotation und der Gebrauch durch unterschiedliche Personen deutlich reduziert.
Etwas umgewöhnen muss sich nicht zuletzt die Kundschaft von Essen auf Rädern. Das wird nun in Boxen und mit Einweggeschirr vor der Tür deponiert, um unnötige Kontakte zu vermeiden.
Von Bernd-Christoph Matern

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Ihre Ansprechpartnerin

Renate Haller (rh)
Chefin vom Dienst

Tel.: 069 / 92107-444
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