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Warum Menschen »Essen auf Rädern« nutzen

Etwas Zeit bleibt immer

eöa/Bernd-Christoph MaternWenn das Essen kommt, herrscht gute Laune: Anni Pfeifer und ihr Mann Kurt nutzen seit drei Jahren das Angebot der Diezer Sozialstation.

DIEZ. Die Nachfrage nach dem Menüservice der Kirchlichen Sozialstation steigt. Das ist längst nicht bei allen Mahlzeitenanbietern der Fall. Es kommt auf das jeweilige Quartier an.

Lange kann Irene Hornivius nie bleiben. Wenn sie Anni und Kurt Pfeifer in Ergeshausen ihr Essen bringt, warten noch 20 andere hungrige Leute. Hornivius ist seit fünf Jahren Fahrerin beim »Essen-auf-Rädern«-Service der Kirchlichen Sozialstation (KSS) in Diez. »Aber für ein paar Worte bleibt schon etwas Zeit«, erzählt sie.

Mehr als 350 000 Menschen in Deutschland lassen sich regelmäßig mit »Essen auf Rädern« versorgen. Zwei Drittel der Anbieter der rollenden Mahlzeiten befinden sich in Trägerschaft sozialer und kirchlicher Einrichtungen. Rund 100 Haushalte beliefert die KSS regelmäßig in den Verbandsgemeinden Diez, Hahnstätten und Katzenelnbogen.

Große Nachfrage

Nicht immer ist der Grund für den Umstieg aufs gelieferte Fertig-Menü so ungewöhnlich wie bei Anni Pfeifer und ihrem Ehemann Kurt. »Ein Wasserrohrbruch war der Auslöser«, erzählt das Paar. Die Küche war mehrere Tage nicht einsatzbereit.

Ganz unterschiedlich sind die Gründe, warum die Menschen den Essensdienst der Sozialstation anfordern. Die meisten sind älter als 70 Jahre. »Die Nachfrage ist enorm und steigt«, erklärt Evelin Scheffler, Leiterin der Sozialstation und sieht darin auch eine Folge der demografischen Auswirkungen in der Region.

Eine Frage der Infrastruktur

Allerdings ist es um die Essensdienste nicht überall so gut bestellt. Genaue Zahlen dazu liegen allerdings weder der Diakonie Hessen noch dem Landesverband Hessen/Rheinland-Pfalz/Saar der Johanniter vor. Es komme darauf an, wo welche Strukturen gegeben seien, erläutert Karin Schnaudt, Fachbereichsleiterin Soziale Dienste der Johanniter. »In einer Kleinstadt, wo es Bäcker und Metzger gibt, wo alles fußläufig erreichbar ist, ist das Umfeld für das ›Essen auf Rädern‹ schwieriger als auf dem flachen Land.«

Drei-Gang-Menü in Thermobehältern

Vormittags um 10 Uhr informiert sich Hornivius in der Station, ob es auf ihrer Tour irgendwelche Besonderheiten gibt. Eine halbe Stunde später holt sie die Essen aus der AWO-Küche in Diez ab. Was in den Thermobehältern an Drei-Gang-Menü drin ist, wählen die Kunden zwei Wochen vorher aus.

Auf insgesamt drei Touren sind Hornivius und ein Dutzend anderer vor allem ehrenamtlicher Fahrerinnen und Fahrer sieben Tage in der Woche unterwegs. Allein auf der längsten Route kommen da täglich 80 Kilometer zusammen.

Ausgewogene Ernährung

In den meisten Fällen ist es für berufstätige Angehörige eine sichere Art und Weise, dass alleinstehende Eltern eine gesunde und ausgewogene Ernährung erhalten. »Manchmal werden wir aber auch nur über einen begrenzten Zeitraum angefordert, nach einem Krankenhausaufenthalt, wenn das Kochen noch schwer fällt oder wenn Angehörige, die sonst für die Eltern kochen, in Urlaub fahren«, weiß Hornivius und steigt wieder in ihr Fahrzeug ein zum nächsten Ort und Haushalt.

Von Bernd-Christoph Matern

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