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Hausgottesdienste in Zeiten der Corona-Pandemie

Gemeinden auf der Suche nach Alternativen

eöa/Peter BongardEin deutliches Zeichen setzt die Kirchengemeinde Höhr-Grenzhausen (links): Mit Kreide malt Vikarin Viola Minge einen Psalm auf die Straße.

Westerwaldkreis. Einen Psalm mit Kreide auf die Straße malen, Gottesdienst zuhause feiern, Andachten über Whatsapp lesen. Die Kirchengemeinden lassen sich einiges einfallen, um ihren Mitgliedern nahe zu sein.

In den Kirchengemeinden in der gesamten Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau werden bis auf Weiteres keine Gottesdienste mehr gefeiert. Dies bedeutet zugleich, nach anderen Formen zu suchen, einander beizustehen und um Kraft aus der Botschaft des Evangeliums zu bitten. Die Pröpstin der Propstei Nord-Nassau, Annegret Puttkammer, weiß, dass das für die Kirchengemeinden eine große Herausforderung ist: Wie viele andere Christen kann auch sie sich Gründonnerstag, Karfreitag und Ostern ohne Gottesdienste kaum vorstellen.

Puttkammer: Pfarrer sind telefonisch erreichbar

»In diesem Jahr müssen wir uns aber darauf einstellen – um Menschenleben zu retten!«, sagt sie. Auch Annegret Puttkammer macht Mut zu Kreativität: »Wir feiern Gottesdienste: in unseren Häusern, gemeinsam verbunden in räumlicher Distanz. Die Gemeinden stellen Anregungen für Haus-Gottesdienste zur Verfügung, die Familien, Ehepaare und auch Einzelne in ihren Wohnungen feiern können. Zur gewohnten Gottesdienstzeit trifft man sich also nicht persönlich in der Kirche, weiß aber: Andere sitzen nun mit derselben Liturgie in ihren Wohnzimmern oder Küchen, sie lesen dieselbe Predigt, sie beten gemeinsam.« Puttkammer weißt daraufhin, dass die Pfarrerinnen und Pfarrer, aber auch viele Ehrenamtliche telefonisch zum Gespräch bereitstehen.«

Neue Formen einander beizustehen

Zudem wird auch nach anderen Formen gesucht, um einander beizustehen und Kraft aus der Botschaft des Evangeliums zu schöpfen. »Wir laden ein, von zu Hause aus an Gottesdiensten und Andachten teilzunehmen, die im Rundfunk, Fernsehen und auch im Internet übertragen werden beziehungsweise auf Abruf zur Verfügung stehen«, erklärt Klodt.
Neben den etablierten Formaten der Öffentlich-Rechtlichen in Funk und Fernsehen, haben auch schon einige Kirchengemeinden Wege der virtuellen Kommunikation gefunden und bieten ihre Gottesdienste sowie Andachten per Live-Stream meist über Youtube an. Einige Angebote laden auch zum Mitmachen ein, beispielsweise können Fürbitten über ein Eingabe-Modul vorgeschlagen werden.

Menschen rücken trotz Distanz zusammen

In allen Dekanaten entwickeln die Kirchengemeinden unterdessen Ideen, wie sie mit der neuen Situation umgehen und wie auch das geistliche Leben trotz räumlicher Distanz weitergehen kann. Propst Matthias Schmidt aus Oberhessen weiß: »In den Gemeinden wurde wie überall in unserer Gesellschaft schnell solidarisch und gemeinschaftlich gehandelt, etwa bei den Einkäufen. Auch wenn wir Abstand halten müssen, rücken Menschen innerlich zusammen.«
Die Kirchengemeinde Höhr-Grenzhausen im Dekanat Westerwald hat sich etwas Kreatives einfallen lassen: Pfarrerin Monika Christ und Vikarin Viola Minge haben mit Kreide einen Psalm vors Gotteshaus gemalt und laden die Leute ein, ihre Gedanken in Form von Kreidebildern dort zu lassen. Inzwischen haben viele das Angebot angenommen und machen mit ein paar Zeilen sich selbst und anderen Mut. Die Idee zu dieser ungewöhnlichen Aktion hatten die Pfarrerinnen Monika Christ, Matthias Neuesüß und Vikarin Viola Minge, nachdem sie auf Instagram von einem ähnlichen Projekt in Hamburg gelesen hatten. »Uns ist es wichtig, dass die Leute untereinander und mit uns in Verbindung bleiben, ohne sich zu versammeln«, sagt Pfarrer Matthias Neuesüß.

In vielen Kirchengemeinden läuten die Glocken zu bestimmten Zeiten und laden so zum gemeinsamen Gebet ein. Der Bergsträßer Dekan Arno Kreh berichtet, dass sich viele seiner Kirchengemeinden dafür entschieden, täglich um 19 Uhr für fünf Minuten die Glocken zu läuten. »Wir möchten ein Zeichen setzen, dass wir im Gebet miteinander vereint sind und das Virus uns nicht auseinanderbringen kann«, erklärt Präses Michael Wörner.

Die Glocken rufen zum Gebet

Die Gemeinden im Dekanat Biedenkopf-Gladenbach wollen sonntags um 10 Uhr die Glocken für fünf Minuten läuten, die Glocken der Kirchen in Wiesbaden werden sonntags um 12 Uhr für etwa zehn Minuten läuten. »Wir wollen damit eine Botschaft der Zuversicht verkünden und eine konfessionsübergreifende Gebetsgemeinschaft herstellen. Wir laden dazu ein, innezuhalten, zu Hause eine Kerze anzuzünden, ein Gebet und das Vaterunser zu sprechen«, so Dekan Martin Mencke. In den Kirchen in Frankfurt und Offenbach läuten die Glocken sonntags um 12 Uhr. Auch dann sind alle Menschen eingeladen, zu Hause mitzubeten. esz/bon/kf/jd/bb/sru/ mha

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