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Dauerhafte Kontakte knüpfen

Gimbsheim weiht »Engelsbüdsche« ein

Foto: Nils SandrisserHorst Winkler (von links), Frank Lang, Ingrid Paruzynski, Christina Jammers und Heinz Paruzynski erhoffen sich von dem Büdchen im Kirchgarten mehr Reichweite für die Kirchengemeinde.

GIMBSHEIM. »Engelsbüdsche« nennen die Gimbsheimer Protestanten die Hütte in ihrem Kirchgarten, zu der sie Menschen zu Bowle oder Zwiebelkuchen einladen. Damit wollen sie mehr als bislang ins Dorf und in die Region hineinwirken.

In der Theorie war es ganz einfach. Gemäß Bauanleitung hätte es kein Problem sein sollen, den Bausatz des Holzbüdchens zusammenzubasteln. »In der Realität hat aber vieles nicht gepasst«, schildert Horst Winkler. Wer schon mal ein Regal einer bekannten schwedischen Möbelhauskette aufgebaut hat, weiß wahrscheinlich, was das Gimbsheimer Kirchenvorstandsmitglied meint.

Kredenzen, was typisch für die Saison ist

Winkler und Küster Frank Lang zeigen auf metallene Winkel und hölzerne Schrägstreben in dem Holzbau hinter der Kirche. »Die mussten wir einbauen, weil die ganze Konstruktion sonst ganz schön gewackelt hätte«, sagt Winkler. Jetzt sitzt und passt alles und wackelt nichts mehr. Nun ermöglicht die Hütte den Gimbsheimer Protestanten, Menschen in ihren Kirchgarten zu Festen einzuladen und ihnen dabei – so ist der Plan – jeweils etwas zu kredenzen, was typisch für die Saison ist. Fruchtbowle im Sommer zum Beispiel und Wein während der Lesezeit. Oder Zwiebelkuchen.

»Engelsbüdsche« haben sie es getauft. »Unsere Engel«, habe ein Gemeindemitglied zu den Mitgliedern der Arbeitsgruppe gesagt, erzählt Ingrid Paruzynski, die die Idee zu dem Hüttchen hatte. Ihr Mann Heinz, auch er Mitglied im Kirchenvorstand, fertigte an der heimischen Werkbank zwei Engelsfiguren aus Holz, die nun die Front der Hütte zieren.

Das Kernangebot reicht der Pfarrerin nicht

Kritik in der Gemeinde an dem Konzept gab es allerdings auch. Zum Beispiel den Einwand, dass dass »Engelsbüdsche« zu sehr »Eventkirche« sei, dass es am Kernangebot von Kirche vorbeigehe. Was zweifellos stimmt. Andersherum könnte man jedoch die Frage stellen, warum Kirche sich selbst auf ein paar Kernangebote beschränken sollte. »Der Kern beschränkt sich mittlerweile auf rund 20 Leute, die zum Gottesdienst kommen«, beklagt Pfarrerin Christina Jammers. Das reicht ihr nicht.

»Man sagt doch immer, Kirche soll raus zu den Menschen«, sagt Jammers. Nun gut, die Menschen müssten zwar immer noch zur Kirche beziehungsweise in den Kirchgarten kommen. Aber die Schwelle sei niedriger. An Himmelfahrt jedenfalls seien schon rund 100 Leute zum Gottesdienst im Freien mit Nachfeier am »Engelsbüdsche« gekommen. Von den ganz Kirchenfernen seien zwar nicht viele darunter gewesen, schränkt die Theologin ein: »Aber auch diese wenigen sind es wert. Wenn ein Mensch ein Mal im Jahr einen Bibelvers hört, ist doch schon etwas gewonnen.«

Einweihung und Jubiläum

Darüber hinaus sehen die Gimbsheimer in dem Büdchen eine Möglichkeit, dauerhafte Kontakte und Kooperationen zu Vereinen und anderen Organisationen zu knüpfen. Mit den Jungwinzern und einer lokalen Band gibt es bereits Vorabsprachen, aber noch keinen festen Termin, ebenso mit den Landfrauen. Vielleicht bringen sie ja Zwiebelkuchen mit.

An Erntedank wollen die Gimbsheimer ihr »Engelsbüdsche« offiziell einweihen und zugleich das 150-Jahr-Jubiläum ihrer Kirchenglocken feiern. Das wird eine Mitbring-Party, was bedeutet, dass jede Teilnehmerin oder jeder Teilnehmer einen Salat, einen Kuchen oder dergleichen mitbringt.

Nils Sandrisser

Der Erntedankgottesdienst mit anschließender Einweihung beginnt um 10 Uhr.

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