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Liedermacher Manfred Siebald 70 Jahre alt

Gott im Alltag entdecken

epd/Andrea EnderleinManfred Siebald ist seit Jahrzehnten einer der bekanntesten christlichen Liedermacher. Manche seiner Lieder sind inzwischen moderne Klassiker.

MAINZ. Früher hat Manfred Siebald schon mal die Gitarre mit in den Hörsaal genommen. Der Amerikanistik-Professor ist gleichzeitig Musiker. Seine Lieder wie »Ins Wasser fällt ein Stein« sind christliche Klassiker, nicht nur in Deutschland.

Noch immer steht er regelmäßig mit der Gitarre auf der Bühne und manchmal hält er sonntags in seiner Mainzer Kirchengemeinde die Predigt: Manfred Siebald ist seit Jahrzehnten einer der bekanntesten christlichen Liedermacher. Am 26. Oktober ist er 70 Jahre alt geworden. Manche seiner Lieder sind inzwischen moderne Klassiker.

Musik war nie seine einzige Leidenschaft

Wer ihn in seiner Wohnstube am Stadtrand von Mainz besucht, bekommt nicht den Eindruck, mit einem Mann zu sprechen, der offiziell bereits seit sechs Jahren im Ruhestand ist. Musik war nie seine einzige Leidenschaft, im Hauptberuf lehrte und forschte der gebürtige Hesse als Professor für amerikanische Literatur an der Mainzer Johannes-Gutenberg-Universität. Und noch heute ist er weiter an seinem Lehrstuhl tätig. »Viele von der einen Seite wussten gar nichts von der anderen Seite meines Lebens«, sagt er.

Den Studenten blieb das »Doppelleben« des Professors allerdings nicht ganz verborgen: »Ich habe, wenn es um die wechselseitige Abhängigkeit von Text und Musik ging, auch schon mal die Gitarre mit in den Hörsaal genommen, mich vorne hingesetzt und spontan ein Gedicht von Robert Frost oder Emily Dickinson vertont«, erzählt Siebald.

Manche Texte Siebalds sind sehr persönlich

»Ins Wasser fällt ein Stein, ganz heimlich, still und leise«, beginnt Siebalds vermutlich bekanntestes Lied, »und ist er noch so klein, er zieht doch weite Kreise.« Welch weite Kreise seine Verse und Melodien ziehen würden, hätte der Liedermacher sich anfangs selbst nicht vorstellen können. So war sein vertonter Segenswunsch »Geh unter der Gnade« ursprünglich als Geburtstagsständchen für einen engen Freund gedacht.

Als Sohn eines Bahnbeamten wurde Manfred Siebald in Nordhessen geboren. Seine Eltern sorgten dafür, dass der Junge Geigen- und Bratschenunterricht bekam. Über sie wurde er auch zu einem bekennenden Christen, bekam schon früh die Leitung einer kirchlichen Kindergruppe anvertraut: »Ich war überfordert damit, die Kinder mit der Geige unter dem Kinn zum Singen zu bringen. Da habe ich mir eine Gitarre gekauft.« Als Student in Marburg erlebte er das unruhige Jahr 1968 und führte als Mitglied einer christlichen Studentenbewegung nächtelang Diskussionen mit den sozialistischen Kommilitonen.

Wie groß das Publikum ist, spielt für Siebald keine Rolle

Später begleitete er missionarische Großveranstaltungen, etwa mit dem Baptisten-Prediger Billy Graham. Der Liedermacher sagt, es habe für ihn nie eine Rolle gespielt, wie groß das Publikum war, vor dem er gerade auftrat, und wie viele tausend Menschen ihm bei einer Evangelisation zuhörten: »Das ist in keiner Weise anders als die Konzerte drüben im Caritas-Altenzentrum für 20 Leute.« Wer sich extra einen Abend freinehme, habe einen Anspruch, »anständige Musik« zu hören zu bekommen, sagt Siebald.

Noch immer flattern ihm Hunderte Konzertanfragen pro Jahr ins Haus, wie er erzählt. Viel mehr, als er schafft: Die meisten muss der Liedermacher, der seine Gage grundsätzlich zugunsten sozialer Projekte spendet, aus Termingründen absagen.

Von Karsten Packeiser

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