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»Und Gott so:...«

Heimpremiere für Ingmar von Maybach-Mengede

Karin WeberIngmar von Maybach-Mengede sitzt nur kurz auf seinem Nachrichtenstuhl, dann greift er zur Gitarre.

MAINZ. Im Kabarett ist der Tod ein gewagtes Thema. Ingmar von Maybach-Mengede versucht sich trotzdem daran.

P ersonenkult – das ist nicht die Sache der Protestanten. Doch Ingmar von Maybach-Mengede hätte gerne mehr davon. Der erste Einlauf war ihm zu lasch. Also noch mal raus. Rhythmisch klatschend, frenetisch »Maybach, Maybach« johlend, dazu hysterisches Fan-Gekreische – jetzt passt’s. Das Publikum ist warm, die Heimpremiere für das neue Programm der bundesweiten Christlich Satirischen Unterhaltung, kurz CSU, kann steigen. Erstmals steht der Kirchenkabarettist mit seinem neuen Programm in der heimischen Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau vor dem Publikum.

Brückenschlag zwischen Politik und Religion

Im Gemeindezentrum Lerchenberg, unweit des Mainzer Senders, hat er sein Pult vor studioblauem Hintergrund aufgebaut. Doch der Theologe sitzt nicht lange auf dem Nachrichtenstuhl. Lieber nimmt er die Gitarre zur Hand und erzählt seine Lieder. »Mein Kabarett ist ein satirischer Brückenschlag zwischen Politik und Religion«, beschreibt der Pfarrer sein Format. Theologische, kirchliche, aber auch gesellschaftspolitische Geschichten sind es, die Maybach erzählt.

Da ist etwa die neue Erzählform der deutschen Sprache: »Ich so: ... Er so: …« Eine Chance, die Geschichten der Bibel ganz unverstaubt kundzutun. Zum Beispiel die Sache mit dem Propheten Jona. »Gott so zu Jona: Auf nach Ninive! Er so: Nö. Fisch so: Schnapp.« Prägnanter noch formuliert Maybach den Turmbau zu Babel: »Gott so: Es langt! Turm so: Kipp.«

Der Teufel steckt im Detail, auch beim Segnen

»Teufel, Tod und Telekom« lautet der Untertitel der »Wort zum Sonntag-Show«, wobei sich der Theologe den satirischen Mitteln der ZDF- »heute-show« bedient. Der Teufel, heute oft auf ein Fastnachtskostüm reduziert, stecke stets im Detail, etwa beim Segnen: Sind die Hände zu hoch, erinnere dies an ein Bild aus dem Wilden Westen. Sind die Arme nur waagerecht ausgestreckt, könnte dies die Aufforderung zur La Ola sein.

Organist Helmut Kadel lässt die Orgeltöne vom tiefen Burggraben zum jubilierenden Halleluja aufschwingen. Während die Männer rappen: »Und wenn die Welt voll Teufel wär’«, setzen die Frauen dagegen: »Hölle! Hölle! Hölle!«. Im rot flirrenden Blitzlicht endet die Lehre in der vertrauten Zusage »Ein feste Burg ist unser Gott.«

»Plattenbau unter den Gräbern«

Trotz schwindender Mitgliederzahlen der Kirchen kommt Maybach mit seinem Format gut an. » In der Regel kommen doppelt so viele wie zum Gottesdienst«, ist seine Auskunft. Bei etwa 60 Auftritten im Jahr zieht es neben denen, »die immer kommen« auch Kirchenferne in die Gemeindezentren.

Erstmals landet der Tod auf Maybachs kabarettistischen Schippe. Als er von seiner persönlichen Konfrontation mit dem Tod erzählt, kann man eine Stecknadel fallen hören. Forsch referiert über er über das immobile Einzelgrab, das Reihengrab und die Doppelgrabhälfte, landet bei der Urnenwand, »dem Plattenbau unter den Gräbern«. In Anspielung an eine schwedische Möbelmarke schlägt er vor, Särge – passend zur Wohnungseinrichtung – mit Vornamen zu benennen: »Dann ist das Sterben nur halb so bedrohlich.«

Von Karin Weber

Termine und Infos zum Programm: www.pfarrer-maybach.de.

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