Evangelische Sonntags-Zeitung

Angebote und Themen

Herzlich Willkommen! Entdecken Sie, welche Angebote der Evangelischen Sonntags-Zeitung zu Ihnen passen. Über das Kontaktformular sind wir offen für Ihre Anregungen.

AngeboteÜbersicht
Menümobile menu

Schöpfungstag in Altenstadt

In Sorge um die Artenvielfalt

Corinna WillführDie Gruppe singt vom kleinen Senfkorn Hoffnung.

ALTENSTADT. »Von meinen Früchten könnt ihr leben« heißt das Motto des Schöpfungstags. Das gilt kaum mehr für Insekten, aber Abhilfe ist möglich.

A m Anfang stand ein Apfelbäumchen. Jugendliche überreichten es an Christi Himmelfahrt 2010 beim zweiten Ökumenischen Kirchentag in München anlässlich der Proklamation des ökumenischen Schöpfungstags Vertretern der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK). Die ACK schloss sich damit offiziell der Idee des Ökumenischen Patriarchen Dimitrios I. an. Er hatte bereits 1989 »die ganze orthodoxe und christliche Welt« eingeladen, jeweils am ersten Freitag im September eines Jahres gemeinsam für die Schöpfung zu beten.

Zum siebten Mal beteiligten sich Gläubige aus den Dekanaten Büdinger Land und Wetterau sowie dem katholischen Dekanat Wetterau Ost an dem bundesweit begangenen Tag. Für sie hatte ein Vorbereitungsteam in Kooperation mit dem Naturschutzbund (Nabu) Altenstadt und dem dortigen Imkerverein einen Spaziergang vorbereitet. In dessen Mittelpunkt stand die Sorge um die Artenvielfalt.

Konkrete Schritte zur Bewahrung der Umwelt

In der Vereinshütte des gastgebenden Naturschutzbunds Altenstadt hört die Gruppe zunächst das Wort des Propheten Hosea, das in diesem Jahr das Motto des Schöpfungstags ist: »Von meinen Früchten könnt ihr leben.« Clev Wagner, Mitglied im Umweltausschuss des Dekanats Büdinger Land, ruft dazu auf, »ein sichtbares Zeichen zu setzen und konkrete Schritte zur Bewahrung der Umwelt zu tun«.

Eine besondere Bedeutung kommt den Bienen zu. Nicht allein, weil sie mit ihrem Honig einen gesunden Brotaufstrich liefern, sondern vor allem weil sie die Bestäubung von Obstbaumblüten übernehmen. Vor acht Jahren ist Andreas Kasper aus Frankfurt aufs Land gezogen. Seitdem gilt seine Leidenschaft der Imkerei. Und von dieser berichtet der 41-Jährige gemeinsam mit seinem Kollegen Robert Stark vom Altenstädter Imkerverein. Ihr Schau-Bienenkasten bietet manchem Besucher neue Einblicke in die Welt der Immen. »Die Königin ist das A und O bei den Bienen«, erläutert Kasper. »Jede von ihnen wird von uns markiert.

Vielfältige Blütenpracht im Garten und auf dem Rasen

Die Gruppe zieht auf die Altenstädter Hochzeitswiese – so genannt, weil frische Getraute hier auf dieser Streuobstwiese einen Baum pflanzen können. Nur wenige Meter von der Hochzeitswiese entfernt befindet sich ein nach biologisch-dynamischen Kriterien angelegter Gemüsegarten. Die Dekanatsdelegierte Adelheid Müller erzählt von den Anforderungen, die Produkte erfüllen müssen, die das Demeter-Zertifikat tragen. Wie vielfältig die Blütenpracht in einem Garten »und auch auf dem Rasen« sein kann, zeigt die Altenstädter Seniorin noch an selbst gepflückten Blumensträußen. Gebinde aus Staudenmalven, Astern, Jakobskraut, aus Schmetterlings- und Lippenblütlern. »Sie müssen darauf achten, dass die Staudenmalven nicht gefüllt sind«, gibt sie als Tipp. »Da gehen die Bienen nicht rein.«

Die Abendsonne taucht die Landschaft in rot-goldenes Licht. Zum Spiel von Udo Engelhardt auf der Gitarre und seiner Frau Martina auf der Flöte singt die Gruppe vom kleinen Senfkorn Hoffnung. »Schöpfung bedeutet für mich, dass ich ein Teil von all dem bin, das mich umgibt«, sagt die Teilnehmerin Susanne Hess. »Das heißt auch, dass ich über nichts davon herrsche.« Und für Bobrich, die nicht nur Naturführerin, sondern auch Landwirtin ist, »ist jeder Tag ein Schöpfungstag.«

Von Corinna Willführ

Diese Seite:Download PDFDrucken

Ihre Ansprechpartnerin

Renate Haller (rh)
Chefin vom Dienst

Tel.: 069 / 92107-444
E-Mail

to top