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Theater

Ist Gott auch im Bösen?

Foto: Doris SticklerProben für den »Messiah für Alle«. Timo Becker und Maja Wolf erweitern Händels Oratorium um interreligiöse Facetten.

Frankfurt . Schwierigen Fragen geht ein Theaterstück in der Heiliggeistkirche nach: Wenn Gott in allem ist, ist er dann auch in mir? Und in schlechten Menschen auch?

Zu Gruppen formiert und die Hände zu Fäusten geballt, prallen Glaubenseiferer aufeinander. Wenn sie sich gegenseitig die Parole »Wir sind das Volk – Gottes« um die Ohren hauen, verzerrt Wut ihre Gesichter zu hässlichen Fratzen. Das Gebrüll wird immer lauter, droht in Gewalt zu eskalieren. Dann stimmt der Chor Händels Gloria an.

Mal ironisch, mal berührend

Wie in dieser Szene werden in dem Stück »Messiah für Alle. Händel auf Abwegen« religiöse Anfeindungen und Rechthabereien wiederholt ad absurdum geführt. Mal mit drastischen Bildern wie bei der Kollision von Fanatikern. Mal durch ironisch-entlarvende Kommentare eines Wissenschaftlers. Mal mit sehr berührenden Passagen.

Macht dem Wahnsinn ein Ende

So wird irgendwann eine Mutter ihre Leidensgenossinnen beschwören: »Steht auf und macht dem Wahnsinn ein Ende. Wir haben unsere Kinder nicht unter Schmerzen geboren, damit sie sich später gegenseitig mit Benzin überschütten.« Widmete Georg Friedrich Händel das Oratorium dem Leben Jesus, erweitern es Maja Wolff und Timo Becker mit interreligiösen Facetten. Vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Konflikte geht es ihnen darum, »Vorurteile und Berührungsängste« abzubauen und ein »Zeichen der Öffnung für kulturelle und religiöse Diversität« zu setzen.

Eine authentische Perspektive

Dazu gehört für die Regisseurin und den Regisseur auch die atheistische Perspektive. Die nimmt eine scharfsinnige Obdachlose ein, die über allerlei Ungereimtheiten reflektiert, während sie ihren Einkaufswagen über die Bühne schiebt. »Wenn es stimmt, dass Gott in allem ist, wie kann es dann schlechte Menschen geben?«, fragt sie und resümiert: »Wenn Gott in allem ist, dann ist er auch in mir.«

Doris Stickler

»Messiah für Alle. Händel auf Abwegen« feiert am 8. März in der Heiliggeistkirche am Dominikanerkloster, Dominikanergasse 14, Premiere. Weitere Aufführungen: 9., 14., 15., 21., 22. und 23. März, jeweils 19.30 Uhr. Eintritt: zwölf Euro, ermäßigt acht Euro. Tickets Infos unter www.art-q.net, Tickethotline: 01 80 / 60 50 400.

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