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Jugendgottesdienst in Bad Vilbel

Jesu Gebot gilt auch im Netz

esz/GemeindeDas Internet lockt gerne mal das Böse aus dem Inneren des Menschen. Lesung aus der unheiligen Schrift – dem »Gesichtsbuch«.

BAD VILBEL. Viele Jugendliche hofften, den Namen des Bösen schlechthin zu erfahren. Die Antwort auf ihre Fragen führte sie in ein Feld, mit dem sie nicht unbedingt gerechnet hätten.

esz/GemeindeLesung aus der unheiligen Schrift – dem »Gesichtsbuch«.

Das abgrundtief Schlechte mag natürlich kaum ein Jugendlicher verpassen. Klar also, dass ein Jugendgottesdienst, der den Titel »Dr. K. – Der Böse hat einen Namen« trägt, eine Menge junger Menschen in die Bad Vilbeler Christuskirche zieht.

Die sind erst einmal ein wenig verwirrt, als die Andacht mit einer Umfrage darüber startet, wie die Anwesenden mit den sozialen Medien im Internet umgehen. Was das mit dem Bösen an sich zu tun hat, wird bei der Lesung klarer. Denn diese Lesung kommt nicht aus der Bibel, sondern aus dem »Gesichtsbuch« – oder englisch »Facebook«. Was auf diesem sozialen Netzwerk so alles verbreitet wird, ist nämlich allzu oft von christlichen Werten maximal weit entfernt.

Überfordertes Toleranzvermögen

Im vergangenen November wurde die Christuskirchengemeinde selbst Zielscheibe des Bösen, das im Internet umherwabert. Nutzer beschimpften Pfarrer Klaus Neumeier als Satanisten und Verräter des Glaubens. Sein Vergehen: Neumeier hatte es im Rahmen der Reihe »Kirche anders« doch tatsächlich gewagt, mit Muslimen zu reden. Sogar öffentlich. »Allah unser« hieß der Titel damals, und das überforderte offensichtlich das Toleranzvermögen vieler, zumeist rechtsgerichteter Kommentatoren an den Tastaturen.

Böses trete manchmal anders als erwartet in Erscheinung, sagen Neumeier und Martin Schönstedt in ihrer Predigt während des Jugendgottesdienstes. Gerade im Internet, in dem Anonymität herrsche und in dem man sein Gegenüber nicht von Angesicht zu Angesicht vor sich stehen habe, tendiere man schnell dazu, impulsiv seinem eigenen Ärger sofort Luft zu machen. Der Shitstorm des Novembers solle als Beispiel dienen, wie schnell sich einzelne zu schnell und unüberlegt ausgeführte Handlungen im Internet verselbstständigen können.

Einmal tief ein- und ausatmen

Die Frage, der sich Schönstedt und Neumeier schließlich zuwenden, lautet: Wie sollten wir als Christen im Internet handeln? Beide berichten von Situationen, in denen sie selbst entweder drauf und dran waren, voreilig aus dem Affekt etwas zu Negatives und Unqualifiziertes zu schreiben oder dies tatsächlich auch taten. Jeder, der in eine solche Situation komme, in der er am liebsten laut lospoltern würde, solle am besten einmal tief ein- und ausatmen und sich mehrmals überlegen, wie und vor allem was genau er oder sie ins Internet stellen möchte: »Jesu Gebot der Nächstenliebe gilt auch für meine Internet-Aktivitäten.«

Von Nina Zorbach

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