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Anitfeminismus

Jetzt haltet mal die Klappe

istock/izusekGemeinsam stark sein: Immer wieder werden Errungenschaften von Frauen neuerdings beschnitten. Rechte Gruppen befeuern den Antifeminismus in der Gesellschaft.

Frankfurt . Donald Trump in den USA, die AfD in Deutschland. Immer öfter wird der Feminismus zum Feindbild stilisiert. Und das hat Konsequenzen für den Alltag.

Seit rechtspopulistische und konservative Kräfte hierzulande an Boden gewinnen, blüht nach Beobachtung von Sandra Pöhn ein neuer Antifeminismus auf. Der sei vor allem ein politischer und gehe weit über Frauenfeindlichkeit und Sexismus hinaus. Nach dem Motto »Frauen, ihr habt doch schon alles erreicht, jetzt haltet mal die Klappe«, werde im Netz und auf parteipolitischer Ebene Stimmung gegen feministische Errungenschaften gemacht.

Eine Bedrohung für das deutsche Volk?

Dass sich etwa Frauen für Karriere statt Kinder entscheiden oder auf ihre sexuelle Selbstbestimmung pochen, werteten neurechte Bewegungen wie Pegida oder Parteien wie die AfD als »existentielle Bedrohung des deutschen Volkes und seiner Kultur«, weiß die seit Jahren in feministischer Bildungsarbeit engagierte Pädagogin.

Feindbild Feminismus

Im Rahmen einer Diskussionsreihe zum »Feindbild Feminismus« stellte Sandra Pöhn im Evangelischen Frauenbegegnungszentrum (EVA) einige »Thesen zum Menschen-, Frauen- und Gesellschaftsbild antifeministischer Akteurinnen und Akteure« vor. Zu Letzteren gehören für sie auch christlich-fundamentalistische Gruppierungen, die in der Regel »homophob sind und sich gegen die Sexualaufklärung von Kindern wehren«. Auf christliche Werte würden sich nicht zuletzt die konservativ-christlichen und rechtsgerichteten Milieus entstammenden »Lebensschützer« beziehen. Das seien radikale Abtreibungsgegner, die unter anderem vor Beratungsstellen von Pro Familia aufmarschieren oder auf Websites wie »Babycaust« Abtreibung mit dem Holocaust auf eine Stufe stellen.

Rechtspopulismus aus feministischer Perspektive

Zur Empörung von Lena Reichstetter, der Referentin für junge Frauen im EVA, brachte in Frankfurt die AfD sogar schon Anträge zur Streichung von Frauenprojekten auf den Weg. Derlei Vorstöße sowie die immer aggressiver und polemischer werdende Diffamierung feministischer Anliegen treibe natürlich auch das EVA um. Auf Wunsch der Besucherinnen sei die Betrachtung des »Rechtspopulismus aus feministischer Perspektive« daher im Diskussionsforum »Lila Sofa« zum Jahresmotto 2018 geworden.

Von Doris Stickler

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