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Keine leichte Entscheidung

Kirchengemeinde verkauft Burg

CC0/Karsten RatzkeDas Schloss ist das Wahrzeichen des Karbener Stadtteils Burg-Grädenrode.

KARBEN. Lange hatte die Kirchengemeinde Burg-Gräfenrode einen Käufer für die Oberburg gesucht, die ihr als Gemeindebüro und als Kindergarten diente. Jetzt hat sie sogar zwei Abnehmer gefunden.

Die Eigentümer sind bald andere, aber für die Burg-Gräfenroder ändert sich nicht viel. Die Käufer stellten nämlich »den Erhalt der Oberburg als kulturelle Dorfmitte sicher«, sagte Dekan Volkhard Guth, in einer Gemeindeversammlung der Kirchengemeinde. Denn die Gemeinde wird die Oberburg, das Wahrzeichen des Karbener Stadtteils, verkaufen. Das Gebäude mitsamt Außengelände übernimmt der Groß-Karbener Philipp Freiherr von Leonhardi. Die Stadt Karben übernimmt den zugehörigen Park mit Spielplatz, die öffentlich zugänglich bleiben. Die Kirchengemeinde kann weiter zwei Räume im Erdgeschoss des historischen Baus als Büro und als Gemeindesaal nutzen. Heiratswillige Paare dürfen sich weiterhin im Lieselturm der Burg das Jawort geben.

Nur für die Kita Zwergenburg der Kirchengemeinde, die bis 2017 im Erdgeschoss der Oberburg untergebracht war, wird vieles anders. Die Stadt lässt für sie derzeit für 1,5 Millionen Euro einen Neubau im Bindweidgraben errichten. Dort wird sie nach zwei Jahren in einem Übergangsquartier im Herbst ein neues Zuhause finden. Die Kinder mussten vor zwei Jahren ihr Domizil in der Burg verlassen, weil die Elektroinstallationen dort mangelhaft gewesen waren.

Erbaut als Herrensitz der Familie von Carben

Die repräsentative Oberburg wurde 1429 als Herrensitz der Familie von Carben erbaut. Später gelangte das schöne historische Gebäude in den Besitz der Kommune. Diese vereinbarte dann vor 152 Jahren einen Tausch mit der Kirche: Die Kommune bekam das alte Pfarrhaus sowie zwei Grundstücke, die Kirche die Oberburg. Über eineinhalb Jahrhunderte lang fühlte sich die Kirchengemeinde sehr wohl in der Burg. Sie diente als Kindertagesstätte, Pfarrhaus, Versammlungsort für Gemeindegruppen und als Wohnraum für Mieter.

Die Renovierungskosten bezifferten sich auf rund 300 000 Euro. Gutachten von Bausachverständigen machten deutlich: Die kleine Kirchengemeinde ist mit dem Erhalt von vier historischen Gebäuden – der Kirche, der Burg, dem Lieselturm und der Remise – auf Dauer finanziell überfordert. Der Kirchenvorstand machte es sich nicht leicht mit einer Entscheidung. Im April 2018 wurde der Verkauf mehrheitlich beschlossen.

Verzicht auf Höchstbieterverfahren

Von den 30 Kaufinteressenten für die Oberburg waren am Ende nur zwei bereit, die geforderten Auflagen zu akzeptieren. Der DSV habe hohe Maßstäbe an ein Nutzungskonzept angelegt und auf ein Höchstbieterverfahren verzichtet, stellte der DSV-Vorsitzende Tobias Utter heraus. »Der erzielte Verkaufserlös von 800 000 Euro wäre deutlich höher ausgefallen, wenn wir die Oberburg ohne Nutzungsbeschränkung angeboten hätten«, sagte er.

Die Kirchengemeinde habe durch den Verkauf viele Vorteile, sagte Dekan Guth. Mit dem Erlös habe sie nun genug Geld in der Rücklage, um auf Dauer den Erhalt und die Renovierung des historischen Kirchengebäudes zu sichern. Zudem habe sie ein dauerhaftes Mietrecht für ihr Gemeindebüro und für Veranstaltungen.

Von Claudia Pfannemüller

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