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Mit Kopftuch diskriminiert

Mehr als ein Quadratmeter Stoff

iStock/ridofranzIn der Schule scheint das Kopftuch kein Problem darzustellen.

GROSS-UMSTADT. Muslimische Frauen, die ein Kopftuch tragen, müssen beruflich Nachteile in Kauf nehmen. Das ist das Ergebnis einer Studie von Regina Maria Dackweiler, Professorin für Politikwissenschaft am Fachbereich Sozialwesen der Hochschule RheinMain.

eöa/Silke Rummel;In Groß-Umstadt diskutieren Frauen über die Ergebnisse einer Studie, die belegt, dass Frauen, die Kopftuch tragen, Nachteile haben im Beruf.

Die Gespräche sind so rege, dass sie auch noch geraume Zeit nach dem Veranstaltungsende weitergehen. »Nur ein Quadratmeter Stoff? – Reizthema Kopftuch« hieß das Thema in der Stadthalle Groß-Umstadt. Eingeladen hatten das Dekanat Vorderer Odenwald, Fatih Camii Dieburg, die Koordinationsstelle Migration, Flucht Asyl Groß-Umstadt und das Zentrum Information, Beratung, Bildung (ZIBB) sowie Frauen für Frauen e.V. Groß-Umstadt.

Kopftuch ist Zeichen für Verschiedenheit

Die Organisationen wollten eine gemeinsame Veranstaltung zum Leben mit Verschiedenheit machen, sagte Margit Binz, Pfarrerin für Ökumene und interreligiösen Dialog im Dekanat Vorderer Odenwald, in ihrer Begrüßung. Das Kopftuch sei ein solches sichtbares Zeichen von Verschiedenheit.

Sie haben es schwer, eine Stelle zu finden

Den Anstoß zur Diskussion gab Regina Maria Dackweiler von der Hochschule Rhein-Main. In ihrem Vortrag über »Berufliche Diskriminierungserfahrungen kopftuchtragender Muslima« stellte die Professorin für Politikwissenschaft am Fachbereich Sozialwesen Ergebnisse eines Forschungsprojektes vor. Fazit: Muslima mit Kopftuch haben es schwer, eine Stelle zu finden, schwerer als Muslima ohne Kopftuch.

Fast alle Frauen führen religiöse Gründe an

38 Prozent der befragten sozialen Einrichtungen würden keine Muslima mit Kopftuch einstellen, 78 Prozent hätten das auch in den vergangenen fünf Jahren nicht getan. Damit – so Dackweiler – würden Grundrechte verletzt, die im Grundgesetz, der Menschenrechtsdeklaration und dem allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz verankert sind: Niemand darf aufgrund von Geschlecht, Herkunft und religiöser Überzeugung benachteiligt werden. Über 90 Prozent der befragten Frauen sagten, sie trügen das Kopftuch aus religiösen Gründen. Dennoch werde als Grund für die Nicht-Einstellung meist der politische Islam genannt. Auf dem Hintergrund einer gegenwärtigen Islamfeindlichkeit hätten Muslima mit Vorurteilen und Ablehnung zu kämpfen. esz/Von Silke Rummel

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