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Dekanat Ingelheim: Die Kirchengemeinde Appenheim begrüßt ihre neue Glocke • Von Nicole Weisheit-Zenz

Nachwuchs im Turm

Nicole Weisheit-ZenzFrisches Grün als Willkommensgruß schmückt die neue Bronzeglocke.

APPENHEIM. Nicht alle Appenheimer sind über die neue Glocke begeistert. Aber die Befürworter haben gute Argumente.

Nachwuchs ist angekommen! Eine frohe Botschaft, die ruhig an die große Glocke hängen kann. Vor der Appenheimer Michaeliskirche ist die Neue anzuschauen, auf die die Gemeinde lange gewartet hat: Groß und glänzend sorgt sie für Neugier. Frauen und Männer, Ältere und Jüngere kommen »mal gucken«, denn wann steht schon eine Glocke »mitte uff der Gass«? Staunend streichen manche darüber, bringen Efeuranken zum Schmücken.

»Die hängen wir bald da auf«, weiß ein kleiner Junge und zeigt hinter sich auf den Turm. Dort haben die beiden anderen Glocken nun eine Schwester bekommen, eine große sogar. Das Trio aus Bronze ist somit komplett, nachdem fast 100 Jahre lang eine Stahlglocke läutete. Wie das kam, hat Karin Schlaipfer, die Vorsitzende im Kirchenvorstand, in der Chronik der Kirche nachgelesen: Das Jahr 1907 war demnach ein besonderes, denn es wurden drei Glocken aus der Gießerei Rincker geliefert und mit einem Fest begrüßt.

Stahlglocke als Ersatz

Doch dann kamen die beiden Weltkriege und die Appenheimer mussten das Schicksal vieler Kirchengemeinden teilen: Die beiden größeren Glocken wurden für die Rüstungsindustrie eingeschmolzen, als Ersatz gab es Stahlglocken. 1959 wurde die mittlere Glocke wieder durch eine Bronzeglocke ersetzt.

»Wäre die neue wirklich notwendig gewesen?«, fragt ein Mann in die Runde. »Hätten nicht zwei gereicht?« Während sie das Weihegestell mit frischem Grün verzieren, verteidigen die Frauen aus dem Kirchenvorstand ihre Entscheidung: 2017 hatten sie sich beraten lassen. Thomas Wilhelm, der Orgel- und Glockensachverständige der EKHN, begutachtete den Glockenturm und gab diese Empfehlung. Bei einer Lebenszeit von 120 Jahren würde die Stahlglocke wohl nicht mehr lange halten. Auch beim Klang würde es einen großen Unterschied geben. »Das hat uns überzeugt«, erinnert sich Schlaipfer.

Zeitlose Botschaft

Die Gemeinde hatte Geld gespart, und von der alten Glocke lagen Überlieferungen vor, sodass die neue ein Vorbild hatte. Gut 1100 Kilo bringt sie auf die Waage bei einem Durchmesser von 1,2 Metern. Die Gesamtkosten liegen bei 40 000 Euro – mit Service, neuen Schall-Lamellen und Transport.

Die neue Glocke setzt Traditionen fort: Die Inschrift vorne lautet wieder »Ehre sei Gott in der Höhe«. Als zeitlose Botschaft einigte man sich auf den Satz: »Erhaltet eure Kirche, folgt meinem Ruf, glaubt an Gott, der euch erschuf.« Zur Verzierung dient ein Blumenfries.

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