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Sven Petry zu Besuch

Ohne Vertrauen keine Freiheit

eöa/Silke RummelSven Petry stammt aus dem Ruhrgebiet, lebt in Sachsen und versucht, die Ostdeutschen zu verstehen. Der Mann im Spiegel ist Präses Michael Vollmer. Er ist auf das Buch des Ex-Ehemannes der AfD-Mitgründerin Frauke Petry aufmerksam geworden und lud den Autor kurzerhand ein.

GROSS-UMSTADT. Auf Einladung des Dekanats Vorderer Odenwald las Sven Petry, Pfarrer in Sachsen und Ex-Mann der früheren AfD-Vorsitzenden Frauke Petry, aus seinem Büchlein »Fürchtet euch nicht. Warum nur Vertrauen unsere Gesellschaft retten kann«.

Viel steht auf dem Spiel in der gegenwärtigen Situation, nämlich die Freiheit. Sven Petry findet dafür das Bild seines vollgestempelten Kinderausweises, den er im Januar 1990 in der Hand hielt, als er mit knapp 14 Jahren mit seiner Kirchengemeinde aus dem Ruhrgebiet nach dem Mauerfall die Partnergemeinde in Ostberlin besuchte. »Freiheit lag in der Luft«, sagt er. »Freiheit war der Begriff der Stunde.«

Westen erweist sich als überlegenes System

Für den Westen habe sich nach der Wiedervereinigung wenig geändert, außer dass die Postleitzahlen mit einem W und einem O versehen worden seien. Der Westen habe sich gegenüber dem Osten als das überlegene System erwiesen, so Petry. »Eine Gesellschaft, in der alle frei leben wollen, setzt voraus, dass man einander mit einem gewissen Vertrauen begegnet.«

Nur Frau und Sohn sind Ausländer im Ort

Warum wählen in Ostdeutschland so viele Menschen die Alternative für Deutschland, die AfD? Wie ist es um die Verfasstheit der Gesellschaft bestellt? Woher kommt die Wut auf Flüchtlinge in Bundesländern mit einem Ausländeranteil von gerade mal drei Prozent? Die einzigen Personen, die in Tautenhain, jenem Ort im Kreis Leipzig, in dem Petry mit seiner Familie lebt, »nicht oder nicht nur einen deutschen Pass haben, sind meine Frau und mein jüngster Sohn«. Seine Frau ist Kanadierin, sein Sohn hat die deutsche und die kanadische Staatsbürgerschaft. Diese und andere Fragen treiben den Pfarrer um. In seinem Buch »Fürchtet euch nicht« versucht er, Antworten zu geben.

Diejenigen stärken, die sich für Demokratie einsetzen

Für das Dekanat Vorderer Odenwald war das Buch, das voriges Jahr erschienen ist, Fließtextzündung für das neue Jahresthema. Im Mai hatte das Dekanat erstmals den Engagement-Preis »Farbe bekennen« verliehen. Mit dem Ziel, diejenigen zu stärken, die sich mutig und glaubwürdig für Toleranz, Demokratie und Menschenwürde einsetzen – unabhängig von Herkunft, Religion oder Abstammung. In diesem Sinne fährt das Dekanat Vorderer Odenwald in den nächsten Monaten fort mit Lesungen und Vorträgen, Diskussionen, Konzerten und Filmen unter dem Motto der Weihnachtsgeschichte »Fürchtet euch nicht«.Silke Rummel/esz

Weitere Termine: Paul Zulehner, einer der bekanntesten Religionssoziologen Europas, Autor des Buchs »Entängstigt euch« kommt am 19. März 2019 ins Dekanat Vorderer Odenwald. Am 15. Mai 2019 liest Abtprimas Notker Wolf aus seinem Buch »Schluss mit der Angst«.

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