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Kunstprojekt

Puppen mit Botschaft

Doris SticklerDie Puppen eines Kunstprojekts von Ulrike Möntmann erzählen Geschichten aus dem Leben von drogenabhängigen Frauen.

Frankfurt . Die Künstlerin Ulrike Möntmann stellt klassische Babypuppen her. Auf deren Gesichter hat sie Fotoporträts von drogenabgängigen Frauen projiziert. Alle Puppen haben eine Sprachfunktion in ihren Bäuchen. Werden sie hochgehoben, erklingt in jeder Puppe eine wegweisende Erfahrung aus dem Leben einer Frau.

Doris SticklerAm Ende des ‧Projekts legen die Frauen sie im öffentlichen Raum aus (Bild rechts).

Im Alter von neun Jahren war Annas Schicksal bereits besiegelt. Von da an bestimmte sexueller Missbrauch ihr Leben. Bald fängt sie zu trinken an, landet mit 14 Jahren im Heim, mit 16 an der Nadel und zwei Jahre später wegen sogenannter Beschaffungskriminalität im Gefängnis.

Grund für die Sucht

Anna, die in Wirklichkeit anders heißt, ist kein Einzelfall. Rund 65 Prozent der inhaftierten Frauen in Deutschland sind als drogenabhängig registriert. Viele von ihnen trieb die Erfahrung sexuellen Missbrauchs in die Sucht. Dass Justiz und Gesellschaft dies als »vernachlässigbares Phänomen« betrachten, hat die Künstlerin Ulrike Möntmann nicht einfach hinnehmen wollen.

Kunst mit weiblichen Drogenabhängigen

Seit 1997 ist sie in Gefängnissen und Therapieeinrichtungen unterwegs, um mit weiblichen Drogenabhängigen Kunstprojekte zu realisieren. Ihr geht es darum, »der öffentlichen Meinung über die Ursache von Abhängigkeit zu widersprechen« und zu zeigen, dass sich Drogenkonsum »nicht auf persönliche Unfähigkeit reduzieren« lässt.

Besuch bei der Akademie

Die Frankfurter Stiftung »maecenia«, die mit der Veranstaltungsreihe »Königinnenwege« Projekte aus Wissenschaft und Kunst präsentiert, hatte Ulrike Möntmann vor kurzem in die Main-Metropole eingeladen. In der Evangelischen Akademie gewährte sie Einblick in ihr vielschichtiges Projekt »This baby doll will be a junkie«.

Doris Stickler

Auf der Website http//:www.thisbabydollwillbeajunkie.com legte Ulrike Möntmann ein Projektarchiv an, in dem Detailinformationen, Audiofragmente, geografische Verortung und Fotodokumente des in Deutschland, den Niederlanden, der Schweiz, Kroatien und Österreich durchgeführten Projektes zu finden sind.

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