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Fastenmonat

Ramadankalender bringt Religion näher

esz/honeyletterNadia Doukali möchte jungen erwachsenen Muslimen einen Impuls zur Spurensuche geben.

Der muslimische Fastenmonat Ramadan hat in diesem Jahr am 5. Mai begonnen und dauert bis zum 4. Juni. Wer mag, kann sich die 30 Tage versüßen.

Wenn die erste zarte Sichel des Neumonds am Himmel zu sehen ist, beginnt der Fastenmonat Ramadan für Muslime. Ein gesegneter Monat voller Zauber, voller Lichter und am Ende ein großes Fest … Klingt nach Advent, oder? Die urdeutsche und protestantische Erfindung, die eine solche Zeitspanne greifbar macht, ist der Adventskalender.

Auch Muslime haben Adventskalender

Weil viele muslimische Eltern kein Problem mit Isa/Jesus und dem Fest anlässlich seiner Geburt haben und »Mamaa! Bitte!!! Alle haben einen Adventskalender!« kein Gegenargument zulässt, bekommen längst auch Kinder mit türkischer, arabischer, afghanischer und jedweder Herkunft ihren Türchenkalender.
Auch Nadia Doukali hatte als Kind einen Adventskalender. Die Frankfurterin ist in Marrakesch geboren, aber wenig später mit den Eltern nach Deutschland und hier in den katholischen Kindergarten gekommen. Heute schreibt sie Kinderbücher, produziert Hörspiele und hatte vor fünf Jahren eine Idee: einen Ramadan-Türchen-Kalender. Nein, nicht für Kinder!

Ein Geschenk für junge Erwachsene

»Der erste Kalender, den ich gemacht habe, war tatsächlich nur für Erwachsene, weil Kinder ja nicht fasten im Islam, sondern erst zur »reifen Pubertät«, also nicht beim ersten Pickel, vielleicht mit 16, 17 Jahren beginnen. Deswegen ist der Iftarlender rein und ganz für junge Erwachsene.« Inzwischen vertreibt Doukali auch Kalender für Kinder, die ähnlich bestückt sind wie Adventskalender, aber der Schwerpunkt liegt auf jenen für junge Erwachsene.

Zum Auftakt eine Dattel

Ihnen will Nadia Doukali ihre Religion und ein paar muslimische Traditionen näherbringen. Im Ramadan, dem neunten Monat des muslimischen Kalenders, wird von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang gefastet. Das abendliche Fastenbrechen der Muslime heißt »Iftar« – bevor man sich mit Familie und Gästen an den reich gedeckten Tisch setzt, trinkt man traditionell ein Glas Wasser oder Milch und isst als erste Speise eine Dattel.

Kalender trägt Label »halal«

Auf diese Tradition greift der »Iftarlender« zurück. Hinter jedem Türchen steckt eine persische Dattel in Schokoladenhülle. Vollmilch, weiß oder zartbitter. Mit einem Hauch Salz. Freilich trägt der Kalender das Label »halal« – also nach islamischer Sitte rein, das heißt ohne Alkohol und Zutaten wie Gelatine vom Schwein.

Gläubige sollen den Koran lesen

Allerdings ist der Fastenmonat nicht etwa eine Wartezeit auf das große Fest am Ende, sondern eine Zeit des In-sich-Gehens. Vor allem sollen die Gläubigen den Koran lesen, der am 27. Tag des Ramadan den Menschen übergeben wurde. Da fängt für die modernen jungen Großstadtbewohner das Problem aber auch schon an: Kann irgendwer Arabisch? Islamischen Religionsunterricht haben die meisten der hier aufgewachsenen Muslime während ihrer Schulzeit nicht gehabt. Viele besitzen keinen Koran in deutscher Sprache. Sie gehören zu keiner Moscheegemeinde. Sie sind Muslime, weil ihre Eltern Muslime sind.

Auch Zitate aus der Bibel

Nadia Doukali hat jedem Türchen ein arabisches Wort zugeordnet: 1– Ruku, 8 – Tawwakul, 13 – Nasiha … Nour, Basirah, Hima, Istighfar… 30 Worte, für die drei Kalendervarianten jeweils anders – also insgesamt 90 arabische Begriffe, die eine Art Impuls zur digitalen Spurensuche sind. »Jedes Wort kann man definitiv im Koran finden. Es gibt ein E-Book dazu, in dem erkläre ich die Wörter und sage, wo sie ihren Ursprung haben. Dazu gibt es immer ein Zitat aus einer Sure, aus der Bibel oder wo auch immer.«
Diana Zulfoghari

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