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Partnerkirchen

Während Corona keine Arbeit – kein Essen

privatReverend Oscar und Reverend Theobard bei der Übergabe der Waschgelegenheiten für die einzelnen Gemeinden des Ngara-Districtes

DARMSTADT. Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau unterhält Partnerschaften zu Kirchen in Afrika und Asien. Dort sind vor allem die Armen von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen. Die Partnerkirchen wollen helfen, aber ihnen gehen selbst die Mittel aus.

Die Nachrichten gleichen sich. Überall auf der ganzen Welt stürzt die Corona-Pandemie jene ins Elend, die sowieso schon wirtschaftlich zu kämpfen haben. Dort, wo es nur einen Schatten von Sozialsystem gibt oder nicht einmal das, bedeutet Arbeitslosigkeit bittere Not. Keine Arbeit – kein Essen.
In Tansania, Indien oder Südafrika haben die Regierungen ebenso wie anderswo Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus getroffen: Ausgangssperren, Reiseverbote, Kontaktbeschränkungen. Die Nebenwirkungen dieser Seuchenschutzmaßnahmen sind vor allem für Tagelöhner verheerend, denn im Lockdown der Wirtschaft finden sie kaum noch Arbeit. Niemand braucht Tellerwäscher, wenn die Restaurants geschlossen sind. Erntehelfer, die sonst von Feld zu Feld, von Arbeitgeber zu Arbeitgeber ziehen, dürfen das jetzt nicht mehr.

Die Menschen sind in großer Not

Die Ernten verderben vielerorts auf den Halmen. Das führt zu steigenden Nahrungsmittelpreisen, und der trifft die Ärmsten doppelt: Erst haben sie kein Geld, und dann wird auch noch alles teurer. »Viele sind in arger Not«, beschreibt Anthony Botha, Präses der Moravian Church in Kapstadt-Süd. Diese Kirche ist eine der Partnerkirchen der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) im Globalen Süden. In Südafrika grassiert das Virus derzeit wie in anderen Teilen der Welt. Aktuell steigen die Infektionszahlen massiv steigen. Und die Gegenmaßnahmen treffen die Armen, auch wenn sie nicht krank sind.
»Lebensmittelpakete würden die schlimmste materielle Not lindern«, sagt Botha. Für 300 Rand, etwa 15 Euro, könnte eine Familie mit den nötigsten Lebensmitteln wie Bohnen, Reis, Öl, Mehl für ein bis zwei Wochen versorgt werden. Die Moravian Church sieht Hilfe für die Ärmsten als ihre ureigene Hilfe an – aber sie kann selbst kaum helfen. Denn die Krise trifft auch sie.

In Afrika und Asien gibt es keine Kirchensteuer

Die südafrikanische Kirche sieht sich selbst mit Geldmangel konfrontiert. Auch das ist eine Lage, in der viele der EKHN-Partnerkirchen stecken. Die Ursachen sind überall ähnlich: In Afrika oder Asien gibt es fast nirgends Kirchensteuern. Die Kirchen finanzieren sich durch Spenden oder Kollekten in Gottesdiensten. Die Spenden sind mit Beginn der Pandemie aber auch eingebrochen, weil die Menschen selbst kaum genug für sich selbst haben. Und wenn es wegen Corona keine Gottesdienste gibt, gibt es eben auch keine Kollekten.
In der EKHN arbeiten einzelne Dekanate oder auch mehrere Dekanate mit je einer Partnerkirche zusammen – so wie das Dekanat Vorderer Odenwald und die Moravian Church in Kapstadt-Süd. Das Dekanat Westerwald pflegt die Partnerschaft mit der Gereja Kristen Protestan Simalungun (GKPS), einer Kirche im Norden der indonesischen Insel Sumatra, während das Dekanat an der Dill Verbindungen nach Tansania und Indonesien hält. Die Dekanate Gießen und Wetterau arbeiten mit der Diözese Amritsar in Nordindien zusammen, während die Dekanate Kirchberg, Grünberg und Hungen mit der ostindischen Diözese Krishna-Godavari verpartnert ist.

Von Nils Sandrisser

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