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Die Gießener Jugendwerkstatt sucht Ausbildungspaten • Von Matthias Hartmann

Zukunft schenken

eöa/Matthias HartmannPädagogische Betreuung und fachliche Ausbildung gehen in der Jugendwerkstatt Hand in Hand. Diplompädagogin Stefanie Rau (von links) und Fachanleiter Jan Werner mit Abul und Marc.

GIESSEN. Seit rund 15 Jahren sichern Paten mit ihren Spenden in der Jugendwerkstatt Gießen die Ausbildung von jungen Menschen, die durch die Förderraster fallen. Das Konzept hat sich bereits vielfach bewährt.

Marc und Abul (Namen geändert) freuen sich auf die Tischler-Ausbildung in der Jugendwerkstatt Gießen. Sie wissen, ohne eine anständige Berufsausbildung haben sie auf dem Arbeitsmarkt geringe Chancen. Doch einen regulären Ausbildungsplatz haben beide nicht finden können.

Der 17-jährige Marc hat den Hauptschulabschluss und ist »handwerklich begabt«, wie ihm die Pädagogin Stefanie Rau aus dem Team der Jugendwerkstatt bescheinigt. Abul, 29 Jahre alt, floh vor vier Jahren aus dem Iran, hat jedoch bisher kein Asyl erhalten, und so ist sein Aufenthalt in Deutschland ungesichert.

Junge Menschen fit machen für den Arbeitsmarkt

Ihre Ausbildung wird nicht öffentlich gefördert. Das unterscheidet sie von den anderen rund 25 Auszubildenden im Holz -und Metallbereich der Jugendwerkstatt. Marc und Abul fallen durch das Raster der staatlichen Ausbildungsförderung. Sie erfüllen nicht alle Kriterien. Seit vielen Jahren kümmert sich die Jugendwerkstatt der Kirche aber auch um junge Menschen wie sie. »Wir machen junge Menschen fit für den Arbeitsmarkt und geben Ihnen eine solide Perspektive für ihre Zukunft«, unterstreicht Anette Bill, Pfarrerin der Jugendwerkstatt.

Möglich machen das Paten, die mit unterschiedlich hohen Spenden die Ausbildung finanzieren. Seit 15 Jahren funktioniert das Patenschaftsmodell. Insgesamt 20 Ausbildungen abseits staatlicher Förderung wurden seit 2002 möglich. Aber Pfarrerin Bill muss unablässig Spender und Paten finden und motivieren.

Mancher muss erst deutsche Fachbegriffe lernen

Abul hat bereits im Iran als Tischler gearbeitet, allerdings ohne eine in Deutschland anerkannte Ausbildung absolviert zu haben. Vor allem muss er die deutschen Fachbegriffe und Redewendungen in der Holzbearbeitung erlernen. Er ist erst seit Anfang August in der Jugendwerkstatt, doch weiß er jetzt schon, dass es ihm hier gut gefällt. Und so hofft er mit dem Team der Jugendwerkstatt, dass sich immer wieder neue Paten finden.

Jeder Auszubildende hat die Chance, bereits während der Lehrzeit in der Jugendwerkstatt in die reguläre Ausbildung eines Betriebes wechseln zu können. So erhöhen sich die Chancen für eine spätere Übernahme. Die Jugendwerkstatt unterhält mittlerweile ein gutes Beziehungsnetz zu Betrieben in der Region und vermittelt die Auszubildenden in mehrwöchige Praktika. Und dass Handwerksbetriebe händeringend Fachkräfte suchen, weiß inzwischen jeder.

Paten machen sich jährlich ein Bild von den Schützlingen

Derzeit sind es knapp 100 Paten, die jungen Leuten wie Marc und Abul eine Chance geben und ihnen Zukunft schenken. Die Evangelische Kirchengemeinde in Watzenborn-Steinberg hat in den zurückliegenden Jahren die Patenschaft für eine Ausbildung komplett übernommen. Während dieser Zeit hat der Kirchenvorstand auch regelmäßig Kontakt mit der Jugendwerkstatt und dem Auszubildenden gepflegt. Doch wird jeder Pate einmal im Jahr eingeladen, sich ein Bild von den jungen Menschen und ihren Ausbildungserfolgen zu machen.

Informationen zur Patenschaft und zur Ausbildung in der Jugendwerkstatt bei Anette Bill, Telefon 06 41/93 10 01 17 oder E-Mail anette.bill@jugendwerkstatt-giessen.de, Spenden auf das Konto mit der IBAN DE94 5139 0000 0038 6099 12.

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