Evangelische Sonntags-Zeitung

Angebote und Themen

Herzlich Willkommen! Entdecken Sie, welche Angebote der Evangelischen Sonntags-Zeitung zu Ihnen passen. Über das Kontaktformular sind wir offen für Ihre Anregungen.

AngeboteÜbersicht
Menümobile menu

ABC des Glaubens

barmherzig

Der Sonntag heißt Misericordias Domini, was übersetzt heißt: »die Barmherzigkeit des Herrn«. In Barmherzigkeit steckt das Wort barmen, mit Mitgefühl erfüllen, und Herz. Wer barmherzig ist, fühlt mit Menschen in Not und hilft ihnen. Es ist ein veralteter Begriff. Heute heißt es eher Empathie. Aber egal, ob barmherzig oder empathisch – Hauptsache, es ist ein Charakterzug möglichst vieler Menschen. Denn eine große Portion davon braucht eine Gesellschaft, um lebens- und liebenswert zu sein.

barmherzig

Was bedeutet das eigentlich? Erbarmen haben, mitfühlen, Herz ist auch dabei. Es reicht aber weiter als reines Mitleid. »Zur Barmherzigkeit gehört auch ein aktives Element: dass man sich für etwas einsetzt. Die Gerechtigkeit ist das Minimalmaß, wie man sich verhalten muss gegenüber anderen. Die Barmherzigkeit ist das Maximum.« Das schreibt Walter Kasper, emeritierter Kurienkardinal in seinem Buch mit dem Titel »Barmherzigkeit«. Gütig zu sein, Nachsicht zu üben fällt umso leichter, je sympathischer das Gegenüber ist. Die wahre Größe liegt darin, barmherzig auch demjenigen gegenüber zu sein, den man nicht besonders leiden kann.

Begegnung mit Gott...

ist am Anfang der Bibel alltäglich. Der Schöpfer geht abends durch den Garten Eden und plaudert mit seinen Menschen. Mit dem Sündenfall schlängelt sich die Angst vor Gott in die Seele. Adam und Eva verstecken sich, nachdem sie von den verbotenen Früchten gegessen haben (1. Mose 2,8). Seitdem fürchtet der Mensch, in Grund und Boden zu sinken, wenn er vor dem Ewigen steht. Mose verhüllt vor Schreck sein Gesicht, als er Gottes Stimme aus dem brennenden Dornbusch hört (2. Mose 3,6). Später, als er wissen will, wie Gott aussieht, schützt Gott ihn vor sich selbst: »Kein Mensch wird leben, der mich sieht. Ich halte meine Hand über dir, bis ich vorübergegangen bin.« (2. Mose 33,20) »Weh mir, ich vergehe!«, ruft Jesaja, als er sich in einer Vision in den Thronsaal Gottes versetzt sieht (Jesaja 6,5). Kein Wunder also, dass der Engel an Weihnachten den Hirten erst einmal die Angst nimmt: »Fürchtet euch nicht!« Ihr werdet Gott begegnen, aber nicht sterben, sondern leben.

Berg

»Viele Wege führen zu Gott. Einer geht über die Berge«, sagte der begeisterte Alpinist und frühere katholische Bischof von Innsbruck Reinhold Stecher. Auf einem Berg fühlt man sich dem Himmel näher. Das ist auch in der Bibel so. Im Evangelium für den letzten Sonntag nach Epiphanias geht Jesus mit drei Jüngern auf einen hohen Berg. Oben angekommen beginnt sein Gesicht zu leuchten wie die Sonne, seine Kleider werden weiß wie Licht. Eine Stimme spricht: »Dies ist mein lieber Sohn.« (Matthäus 17,1-9) Berge sind nicht nur majestätisch, sondern auch unheimlich und lebensgefährlich. Das erlebt das biblische Volk Israel, als es nach der Befreiung aus Ägypten an den Berg Sinai kommt. Der Berg ist von einer dichten Wolke umhüllt. Er raucht und bebt, es blitzt und donnert. Mose steigt allein hinauf und kommt mit den Zehn Geboten wieder. So sind Gotteserfahrungen: erschütternd und erleuchtend.

Bergpredigt

Beeindruckt Menschen weit über das Christentum hinaus: Der Evangelist Matthäus hat Worte Jesu zu einer Rede komponiert (Matthäus 5-7). Eine Reihe von Versen steht auch in der Feldrede bei Lukas. Das deutet darauf, dass beide eine gemeinsame Quelle benutzt haben. Bei Matthäus hält Jesus die Rede auf einem Berg am See Genezareth. Der Berg ist in der Bibel ein Ort für Offenbarung. Jesus beginnt mit den sogenannten Seligpreisungen: »Selig sind, die ...« Vor dem Anspruch steht der Zuspruch. Die Bergpredigt ist wie ein Gang vom Alltag ins Allerheiligste und wieder zurück. Jesus gibt Gebote zu weltlichen Fragen: zum Töten, Ehebrechen, Schwören, Vergelten. Er formuliert in Antithesen: Das jeweilige Gebot aus der Thora (»Ihr habt gehört, dass«) radikalisiert er (»Ich aber sage euch«). Nach dem Gebot zu Feindesliebe und Almosen führt die Bergpredigt ins Allerheiligste: das Vaterunser. Von dort geht es zurück in die Welt: Fragen des Fastens, Schätzesammelns, Sorgens, Richtens. Am Schluss steht ein Bild: Wer die Rede hört und tut, ist wie ein Mensch, der sein Haus auf Fels baut.

Böse

Das waren noch Zeiten, als die Theologie das Böse dem Teufel auf den Buckel binden konnte. Heute versteckt es sich tief im Menschen und hat sich dort weit wirkungsvoller erwiesen als im Handeln eines Satans.

Brot

Das tägliche Brot ist im christlichen Verständnis das Gegenteil von Selbstausbeutung. Alles, was das Leben reich macht und was sich keiner selbst schaffen kann, wird bei Gott im Gebet eingefordert: Liebe, Gute Gefährten, Essen und Trinken, reiche Kinderschar, gute Regierung.

Brot

Deutschland ist Weltmeister, was die Anzahl der Brotsorten betrifft. Doch zum täglichen Brot gehören für Martin Luther auch das gute Leben, verträgliche Nachbarn, liebende Eheleute und eine gute Regierung. Welches »Brot« letztere gerade zubereitet? Die nächsten spannenden Wochen werden es zeigen. Mit hoffentlich genießbarem Ergebnis.

Brot...

steckt schon in Jesu Geburtsort: Bethlehem bedeutet Brothausen. Der erwachsene Jesus wird von sich sagen: »Ich bin das Brot des Lebens« (Johannes 6,35). Brot ist ein Grundnahrungsmittel im biblischen Israel. Brotbacken ist damals Frauensache. Sie kneten das Gersten- oder Weizenmehl mit Wasser und Salz zu Teig. Ein Stück Sauerteig durchsäuert das Ganze. Wenn Eile geboten war, wie bei der Flucht des Volkes Israel aus Ägypten, wurde ungesäuertes Brot gebacken (Mazzen). Brot gilt als Gabe Gottes. Vor dem Essen bricht der Hausherr das Brot und spricht Worte nach Psalm 104: »Gesegnet seist du, Herr unser Gott, König der Welt, der Brot aus der Erde hervorbringt.« So hat Jesus oft mit seinen Jüngern das Brot gebrochen und das letzte Abendmahl gefeiert.

Bruder ...

nannte Jesus nicht nur seine leiblichen Geschwister. Zu seinen Brüdern und Schwestern machte er auch die, die ihm eng verbunden waren. »Wer Gottes Willen tut«, das war für Jesus das Kriterium, wer zur Familie Gottes gehört. Die christliche Religion schuf daraus das Ideal von Gemeinschaft, in der sich bis heute Menschen auf Augenhöhe begegnen und gegenseitig helfen sollen. Christen sind Schwestern und Brüder, weil sie alle durch die Taufe Kinder Gottes sind und gemeinsam beten: »Vater unser im Himmel«.

Buß- und Bettag

Sich besinnen und neu orientieren heißt es am Mittwoch (15. November) für evangelische Christen. Der Buß- und Bettag dient zum Nachdenken über individuelle und gesellschaftliche Irrtümer. Dazu zählen Themen wie Umweltzerstörung oder Ausgrenzung von Armen und Obdachlosen. Die Menschen bringen ihre Fehler zur Sprache. Das Bekenntnis der eigenen Schuld ist in der christlichen Tradition eine Voraussetzung für Vergebung und Veränderung. Dafür laden viele Gemeinden zu Gottesdiensten und Andachten ein. Seit Ende des 19. Jahrhunderts gibt es den rein protestantischen Buß- und Bettag am Mittwoch vor dem letzten Sonntag im Kirchenjahr. Im Jahr 1995 wurde er zur Finanzierung der Pflegeversicherung in allen Bundesländern – außer in Sachsen – als arbeitsfreier Tag ersatzlos gestrichen.

Diese Seite:Download PDFDrucken

Ihr Ansprechpartner

Martin Vorländer
Theologischer Redakteur

Tel.: 069 / 92107-443
E-Mail

Ihre Ansprechpartnerin

Andrea Seeger (as)
Redakteurin Starkenburg

Tel.: 069 / 92107-454
E-Mail

to top