Evangelische Sonntags-Zeitung

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ABC des Glaubens

Damaskuserlebnis ...

hat jemand, der von heute auf morgen eine 180 Grad-Wende in seiner Einstellung oder in seinem Leben macht. Eine Politikerin mutiert vom Kriegsfalken zur Friedenstaube. Ein Fleischesser wird über Nacht Vegetarier. Die Redewendung geht auf den Apostel Paulus zurück. Noch unter dem Namen Saulus verfolgt er fanatisch die ersten Christen, bis er auf dem Weg nach Damaskus eine Vision hat. Ein Licht vom Himmel leuchtet um ihn. Er fällt auf die Erde und hört Jesus: »Saul, Saul, was verfolgst du mich?« (Apostelgeschichte 9,4) Saulus lässt sich taufen und wird zum glühenden Missionar für den christlichen Glauben. Der Namenswechsel von Saulus zu Paulus hängt übrigens nicht mit dem Damaskuserlebnis zusammen. Davon berichtet die Bibel später in einem Nebensatz: »Saulus, der auch Paulus heißt« (Apostelgeschichte 13,9).

Darstellung des Herrn

Am Dienstag, 2. Februar, feiern katholische Christen sowie Angehörige der orthodoxen Kirchen die Darstellung des Herrn. Der Feiertag ist auch im evangelischen Kalender verzeichnet. Er geht zurück auf eine alttestamentliche Tradition: 40 Tage nach einer Geburt soll sich die Frau kultisch reinigen. Außerdem galt der erstgeborene Sohn als Eigentum Gottes. Daher brachten Maria und Josef ihren Sohn Jesus in den Tempel, um ihn mit einem Opfer, einem Paar Turteltauben, auszulösen. Dort erkannten der alte Mann Simeon und die hochbetagte Prophetin Hanna in dem Kind den Erlöser (Lukas 2,22-40). Am 2. Februar werden traditionell die Kerzen für das kommende Jahr geweiht, Katholiken bezeichnen den Tag deshalb als Mariae Lichtmess. Orthodoxe Kirchen, die sich am julianischen Kalender orientieren, feiern 13 Tage später.

Demut ...

oder hessisch »de Mut«. Das is ebbes, was mer nie verliern sollte. Es is nämlisch unheimlisch schwierisch, den widder zu finne. Sollte mern doch emol verlorn habbe, geht mer in die next Kersch un kniet voller Demut nieder. Es soll werklisch ahn gebbe, der eim aus fasst allem naus hilft – un des is kaa Geschwätz. Probierts emol un ihr werds an de eischene Glieder erfahrn. Alsdann – mer sieht sisch.

Draußen

Jesus von Nazareth hatte kein Büro. Diese banale Einsicht erinnert daran, dass die meisten Geschichten der Evangelien draußen vor der Tür spielen. Der Samariter ist auf einer Wanderung, die Speisung der Fünftausend findet unter freiem Himmel statt, desgleichen die Bergpredigt, der verlorene Sohn wird weit vor der Haustüre von seinem Vater umarmt. Der Sämann zieht seine Bahnen auf dem Felde und Zachäus wartet draußen vor der Stadt in einem Maulbeerbaum auf den Messias. Dessen Kreuz pflanzt man schließlich vor den Toren der Stadt auf: Seine Religion zieht nach draußen, macht Vertrautes fremd und Rechtgläubige obdachlos.

Dreieinig

Die christliche Trinitätslehre findet biblische Anhaltspunkte, aber sie verdankt sich der theologischen Reflexion. Als dreieiniger Gott vollzieht er selbst die Glaubensvorstellungen von Schöpfung, Tod und Auferstehung. Gott begrenzt sich selbst in Menschengestalt und ist durch den Geist, die soziale Gestaltung der Welt, gegenwärtig.

Dreikönigsfest

Wenn Sternsinger am Freitag (6. Januar) durch die Straßen ziehen, ist für Katholiken Dreikönigsfest. Der Tag geht zurück auf die Weisen in der Bibel, die dem Stern von Bethlehem folgten und Jesus in der Krippe fanden. (Matthäus 2,1-12) Heute wandern verkleidete Kinder von Haus zu Haus und schreiben die Schutzformel »C+M+B« an die Türen. Das bedeutet »Christus Mansionem Benedicat« und heißt »Christus segne dieses Haus«. Die Heiligen Drei Könige standen aber nicht immer im Mittelpunkt des Festes. Mit dem Kind in der Krippe hat Gott sich den Menschen gezeigt. Daher wurde an diesem Tag ursprünglich die Erscheinung des Herrn (Epiphanias) gefeiert. So heißt der 6. Januar nach wie vor bei evangelischen Christen.

Dreikönigstag...

am 6. Januar. In der Bibel steht nichts von Königen. Da sind es »Magier aus der Anatole«, die dem Stern nach Bethlehem folgen (Matthäus 2,1-12). Sie können Zauberer, Wahrsager oder Sterndeuter gewesen sein. Luther nannte sie Weise. »Anatole« ist das Aufgehen der Sonne. Das Wort steckt auch in Anatolien, dem Namen für den asiatischen Teil der Türkei. Die Weisen kamen also aus dem Osten, wo die Sonne aufgeht. In der Bibel steht nicht, wie viele es waren. Sie schenken dem Jesuskind Gold, Weihrauch und Myrrhe. Daraus schloss man, dass es drei waren. Es sind kostbare Geschenke. Das deutet auf vermögende Menschen. »Die Völker werden zu deinem Lichte ziehen und die Könige zum Glanz, der über dir aufgeht.« Diese Verheißung aus dem Prophetenbuch Jesaja (60,3) bezogen Christen auf Jesus und machten aus den Weisen die drei Könige. In der späteren Tradition stehen sie für Asien, Afrika und Europa, die damals bekannten Teile der Welt. Der eine ein Jüngling, der andere in der Mitte des Lebens, der dritte ein Greis. Alle Welt und Menschen jeden Alters kommen zur Krippe.

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