Evangelische Sonntags-Zeitung

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ABC des Glaubens

Halleluja

Das ist ein zusammengesetztes Wort. Es besteht aus dem Imperativ Plural (Befehlsform in der Mehrzahl) des hebräischen Worts »hillel« für preisen, loben, verherrlichen; angehängt ist »Jah« für Gott. Halleluja bedeutet also »Lobt Gott!«. Es steht in vielen Psalmen, kommt auch im neuen Testament mehrmals vor und wird in vielen Gesangbuchliedern verwendet. Beim Lobpreis, der vor allem in pfingstkirchlichen und charismatischen Gemeinde populär ist, spielt es eine besonders große Rolle.

Heil

Was in der deutschen Sprache einst als Gruß sich breit machte, erwies sich als größtmögliches Unheil. Christliches Heil gilt denen, die beschädigt, krank und ratlos sind und widerspricht allem Heldentum.

heilen

Blinde können wieder sehen, Taube wieder hören. Heilwerden! Was bedeutet das außerdem? Worauf sollen wir hören, zu wem sprechen, wem vielleicht eine Stimme geben, wem uns öffnen? Was braucht die Gesellschaft, in der wir leben, zum Heilwerden? Darüber lohnt es sich nachzudenken in Zeiten, in denen Gesellschaften, Staaten, Gemeinschaften immer mehr auseinanderfallen. Im Alten Testament heilt die Kraft der Gemeinschaft. Eine Gesellschaft kann nicht funktionieren, wenn sie sich nicht um die Schwachen kümmert. Auch das Neue Testament stellt den bedürftigen Menschen in die Mitte, lässt ihn nicht alleine am Rand stehen.

heilig

Der Philosoph Emil Cioran antwortete auf die Frage, wie er sich den idealen Seelsorger vorstelle: »Als einen mit allen Wassern gewaschenen Heiligen.« Dem ist nichts Menschliches fremd. Fanatismus überlässt er den seit jeher Nervösen. Als Einsiedler benötigt er kein Publikum, das ihn verehrt. Religion ist ihm so wichtig, dass er sich freiwillig in Schwierigkeiten begibt. Seine Kerngemeinde steht am Rande, und mit seinem Gott springt er vielleicht über die Mauern der Rechtgläubigen.

Heiliger Geist

Er ist von Anfang an mit dabei. Als die Welt noch nicht war und Tohuwabohu herrschte, schwebt Gottes Geist auf dem Wasser. Er ist also kreativ und ordnet das Chaos zum Kosmos. Mose, Könige, Prophetinnen und Propheten haben Gottes Geist. Er verleiht also Charisma. Am Jordan, als Jesus getauft ist und aus dem Fluss steigt, fährt der Heilige Geist auf ihn herab wie eine Taube. Das offenbart: Dieser Mensch ist Gottes Sohn. Der Heilige Geist macht also zum Kind Gottes. An Pfingsten kommt er mit großem Brausen. Er pustet kräftig durch. »Heilige Aufregung« nannte ihn deshalb die Theologin Dorothee Sölle. Er setzt sich wie Feuerflammen auf Jesu Jüngerinnen und Jünger. Die sprechen auf einmal so, dass alle sie verstehen, egal welche Muttersprache sie haben. Der Heilige Geist sorgt also dafür, dass Menschen sich verstehen. Gott – Vater, Sohn und Heiliger Geist. In der Sprache der Dogmatik ist der Heilige Geist die dritte Person der Trinität, der Dreieinigkeit Gottes. Wie offenbart sich Gott? Die Antwort des christlichen Glaubens: Gott zeigt sich als der, der alles geschaffen hat. Gott ist Mensch geworden in Jesus Christus. Und: Gott ist als Heiliger Geist persönlich gegenwärtig im Leben jedes Einzelnen.

Heil und Heilung

Der 19. Sonntag nach Trinitatis schafft einen Zusammenhang zwischen seelischer Entlastung und körperlicher Heilung. Gottes Zuwendung ist es, die den Menschen gesund macht. Da ist jemand, auf den ich meine Sorgen, meinen Ballast werfen kann. Der mich nicht verurteilt für das, was ich getan habe. Der mich annimmt, so wie ich bin.

Heilung

Krankheit erleben Menschen im Alten Testament als Gottesferne: Gott hat seine Nähe entzogen und sein Angesicht verborgen. Dadurch ist der Mensch feindlichen Kräften schutzlos ausgeliefert. Er fleht zu Gott, er möge sich ihm wieder zuwenden. Gottes Nähe bedeutet Heil und Heilung. Die heilsame Nähe Gottes verkörpert Jesus im Neuen Testament. In seiner Umgebung werden Kranke gesund, so erzählen die Heilungsgeschichten in den Evangelien. Jesus wendet sich dem kranken Menschen zu, er berührt ihn. Oft spricht Jesus nur ein Wort und der- oder diejenige wird gesund. Die Heilungsgeschichten im Neuen Testament wollen zeigen: In Jesus wirkt Gott selbst. Der Heiler Jesus wird heillos seinen Feinden ausgeliefert und hängt als gebrochener Mensch am Kreuz. Das war für viele der Beweis: Den hat Gott aufgegeben. Das Neue Testament bleibt nicht beim Kreuz stehen. Es bekennt: Den Gekreuzigten weckt Gott von den Toten auf. Gottes Nähe hört auch im Tod nicht auf. Davon ist das christliche Gebet um Heilung getragen: von der Bitte um Gottes heilsame Nähe. Selbst wenn keine Heilung eintritt, gibt es Heil-Sein.

Heilung

Wird ein Kranker wieder gesund, spricht man von Heilung. Lässt sich nicht erklären, wie es dazu kam, etwa durch ärztliche Kunst oder geeignete Medikamente, spricht man von Wunderheilung. Alle großen Religionen wissen davon zu erzählen. Auch durch das in den Evangelien beschriebene Leben und Wirken Jesu auf Erden ziehen sich zahlreiche Schilderungen von Heilungen, die er bewirkt haben soll. Petrus’ Schwiegermutter beispielsweise befreite er vom Fieber. Auch vielen religiösen Wallfahrtsstätten werden heilende Kräfte zugeschrieben – ob sie tatsächlich etwas bewirken, ist reine Glaubenssache.

Herz...

gilt in unserer Kultur als Zentrum der Lebenskraft. Solange mein Herz schlägt, lebe ich. Im übertragenen Sinn verorten wir im Herzen unsere Gefühle. Herz – Schmerz ist der klassische Reim darauf. Auch in der Körpersymbolik der Bibel steht das Herz für das Zentrum eines Menschen. Aber es ist weniger der Ort für Gefühle, sondern vor allem der Sitz der Vernunft. Zu wenig oder kein Herz zu haben, bedeutet im biblischen Israel nicht Gefühlskälte, vielmehr Gedankenlosigkeit oder schlicht Dummheit. »Man sieht nur mit dem Herzen gut«, dichtete Antoine de Saint-Exupéry. Das nennt man heute »emotionale Intelligenz«.

Hiob und Hexe

Im Buch Hiob rebelliert erstmals ein Mann gegen göttliche Willkür; die als Hexen gebrandmarkten Frauen rebellieren ihrerseits gegen eine männlich dominierte Welt. Hiob und Hexen sind theologische Außenseiter: Hiob wehrt einen Gott ab, der mit einem Mörder Geschäfte macht. Die Hexen werden zum Gegenstand des Hasses, weil sie einem hierarchischen, männlichen Weltbild weibliche Anarchie entgegensetzen.

Hirte

Die biblischen Hirten hüten keine religiösen Wahrheiten, sondern ihre Tiere. Was ihnen später als Wahrheit widerfährt, ist Geschenk Gottes. Damit sind sie die schuldlosesten Theologen der ganzen Welt.

Hirten ...

haben in der Bibel ein zwiespältiges Image. Einerseits hatte man sie in Verdacht, es mit dem Mein und Dein nicht ganz genau zu nehmen. Andererseits waren große Glaubensmänner Israels von Beruf Hirte. Mose oder David, bevor er König wurde. Hirten sind die ersten, die vom Engel erfahren: »Euch ist heute der Heiland geboren.« Gott oder Jesus als guter Hirte – das steht für besondere Nähe: Ein Hirte bleibt Tag und Nacht bei seiner Herde, um sie zu beschützen. Das wurde zum Leitbild für den Pfarrberuf: Pastor heißt aus dem Lateinischen übersetzt »Hirte«

Hoffnung

Sie stirbt angeblich zuletzt, weiß der Volksmund. Doch am Ende, so plaudert er es ungewollt aus, wartet ohnehin der Tod. Auch auf die Hoffenden. Was aber ist mit den Hoffnungslosen? Die Frauen, die zum Grab kamen, wollten einen Leichnam waschen. Nichts weiter. Ihre Hoffnung war mit dem am Kreuz tatsächlich gestorben. Was ihnen widerfuhr, lag jenseits ihrer eigenen Erwartungen. Hoffnungsträger wurden so die Hoffnungslosesten.

Hoffnung

Zentrales Element vieler Religion – besonders des Christentums. Sie richtet sich nicht nur auf ein besseres Leben im Jenseits, sondern verleiht zugleich Zuversicht und Kraft, schon das Leben im Diesseits menschenwürdig zu gestalten.

Hölle

Das war damals ein todsicheres Geschäft – den Menschen Angst vorm Fegefeuer machen und ihnen einreden, gegen Zahlung einer Geldbuße an die heilige Mutter Kirche erhielten sie und ihre Vorfahren einen Ablass ihrer Sünden. Einen gewissen Martin Luther regte das dermaßen auf, dass als Folge seines Zorns die evangelische Kirche entstand. Und ob man nun daran glaubt oder nicht: Wünschen sollte man niemandem, dass er bei Tausenden von Grad und Tausende von Jahren lang in der Hölle schmort.

Holocaust

»Den Mord an sechs Millionen europäischer Juden muss man den Deutschen nicht erst ins Gepäck legen. Das ist im Gepäck selbst derjenigen Deutschen, die noch gar nicht geboren sind.«

Helmut Schmidt

 

Holocaustgedenktag

Am 27. Januar gedenken die Menschen der Opfer des Nationalsozialismus. Seit 1996 ist er in Deutschland ein bundesweiter, gesetzlich verankerter Gedenktag. Am 27. Januar 1945 befreiten Soldaten der Roten Armee die Überlebenden des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau, des größten Vernichtungslagers des Nazi-Regimes. Die Vereinten Nationen erklärten diesen Tag im Jahr 2005 auch zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust.

Holz

Spontan mag man an das Holz der Krippe oder auch des Kreuzes denken. Doch es ist Immanuel Kant, der den Menschen als »krummes Holz« bezeichnet, weil er sittlich handeln kann und gleichwohl immer wieder an dieser Aufgabe scheitert.

Hören

»Ich sehe, dass du sprichst, aber ich höre nicht, was du sagst.« Das kennen Paare: Der eine redet auf den anderen ein, ohne dass das irgendetwas bewirkt. Den Satz scheinen Kinder zu denken, die die Gardinenpredigt ihrer Eltern zum einen Ohr rein- und zum anderen rausgehen lassen. Hören in der Bibel meint nicht allein die Funktionsfähigkeit des Ohrs. Um zu verstehen und verstanden zu werden, braucht es vor allem ein »hörendes Herz« (1. Könige 3,9). Zum täglichen Gebet von Jüdinnen und Juden gehört das »Sch’ma Jisrael«: »Höre, Israel, der Herr ist unser Gott, der Herr ist einer.« (5. Mose 6,4) Hören ist also mehr als Hören. Es bedeutet, für den anderen aufmerksam zu sein und ihn anzuerkennen. Bei Jesus trägt Hören Früchte. Wer sich Gottes Wort zu Herzen nimmt, bei dem geht es auf wie Saat, die auf guten Boden fällt (Matthäus 13,3-17). Für die Menschen in der Bibel gehört es zum Höchsten zu erleben: »Gott hat mich erhört.« (Psalm 22,25) Sie vertrauen darauf, dass ihr Gebet Gott erreicht und bewegt.

Hören

Schon im Ägypten vor 4300 Jahren galt: Wer zuhören kann, ist beliebt und hat Sinn für Gott. Religion beginnt mit dem Hören. Im Schöpfungsbericht der Bibel entsteht die Welt, indem sie hört, was Gott spricht. »Höre Israel!«, so beginnt das Grundbekenntnis, das Jüdinnen und Juden täglich beten. »Höre Israel! JHWH ist unser Gott, JHWH allein. Und du sollst JHWH, deinen Gott, lieb haben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft.« (5. Mose 6,4) Entscheidend für das richtige Hören ist, dass Ohr und Herz gut zusammenspielen. Die beiden sind Innen- und Außenminister des Verstehens. Ein gutes Gehör allein ist keine Garantie dafür, dass ein Mensch wirklich hört. Darum die häufige Aufforderung Jesu: »Wer Ohren hat zu hören, höre!« Im Neuen Testament kommt zum Hören das Tun. Zum Reich Gottes gehört, wer Gottes Wort hört und tut. (Lukas 8,21)

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