Evangelische Sonntags-Zeitung

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ABC des Glaubens

Irritation

Die Bibel steckt voller unerwarteter Wendungen. Mose führt das Volk aus Ägypten zum gelobten Land, aber er selbst darf dort nicht einziehen. Hiob ist glaubensstark und erlebt doch Schreckliches. Jeremia fühlt sich zu jung und wird trotzdem von Gott zum Propheten berufen. Und das sind nur Beispiele aus dem Alten Testament. Gott bricht mit menschlichen Erwartungen. Im Neuen Testament setzt sich dieser Trend fort. Jesus, Gottes Sohn, wird in einer Krippe geboren. Er beruft Menschen aus niederen Schichten in seinen engsten Kreis. Später wird er in Jerusalem wie ein König empfangen, kommt aber nur auf einem Esel daher. Für heutige Begriffe ungewöhnlich. Doch so haben schon die Propheten im Alten Testament den Messias erwartet. Sie wussten: Gott ist anders. Manchmal ist er Menschen spürbar nah und manchmal unbegreiflich fern. Gott lässt sich nicht in menschlichen Kategorien fassen.

Israel ...

ist der neue Name, den der Stammvater Jakob bekommt. Nach langen Jahren steht ihm das Wiedersehen mit seinem Zwillingsbruder Esau bevor. Dem hatte er einst Erstgeburtsrecht und väterlichen Segen abgeluchst. Nun treffen die beiden wieder aufeinander. Jakob ist bang und das zu Recht: Esau rückt ihm mit 400 Mann entgegen. Am Abend davor ist Jakob allein am Fluss Jabbok. Ein Fremder ringt mit ihm bis zum Morgengrauen. Wer das ist, lässt die Bibel offen. Jakob wird an der Hüfte verletzt. Aber er lässt nicht locker, bis der Unbekannte ihn segnet. Zum Segen sagt der Fremde: »Du sollst nicht mehr Jakob heißen, sondern Israel; denn du hast mit Gott und Menschen gekämpft.« (1. Mose 32, 28) So erklärt die Bibel den Namen Israel. Die zwölf Söhne Jakobs werden die zwölf Stämme Israels. Israel ist im Alten wie im Neuen Testament das erwählte Volk, mit dem Gott seinen Bund geschlossen hat. Nicht weil Israel größer wäre als andere Völker, »sondern weil er euch geliebt hat« (5. Mose 7, 8).

Israel

Israel ist in der Bibel der Zweitname des Stammvaters Jakob. Übersetzt bedeutet er »Gott streitet (für uns)« oder »Gott möge (für uns) streiten«. Jakob bekommt ihn verliehen nach einem Kampf am Ufer des Flusses Jabbok. Dort ringt er mit einem Unbekannten viele Stunden, bis die Morgenröte anbricht. Wer ist der Gegner, mit dem er streitet? Gott? Seine eigenen Scham- und Schuldgefühle, weil Jakob seinen Bruder Esau um die Rechte des Erstgeborenen betrogen hat? Jakob verletzt sich in dieser Nacht, aber er überlebt. Er hat sich seinen Segen erkämpft. Er soll nicht mehr Jakob, sondern Israel heißen. Sein Name geht über auf die Nachkommen seiner zwölf Söhne, Begründer der zwölf Stämme Israels.

Israelsonntag ...

gab es schon im Mittelalter. Fokus war lange die Judenmission, die Bekehrung von Juden zum Christentum. Nach dem Holocaust setzte ein Umdenken ein. Nun wird am Israelsonntag der christlichen Schuld gegenüber Juden gedacht. Er macht bewusst: Es gibt kein Christentum ohne den jüdischen Glauben.

Israelsonntag

Der heutige Israelsonntag bedenkt in besonderer Weise das Verhältnis von Christentum und Judentum. Die in der Liturgie des Sonntags wählbare Farbe violett verweist, als Zeichen der Buße, auf die Mitverantwortung protestantischer Theologie für die Shoah, die industriell angelegte Ermordung der jüdischen Bevölkerung.

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