Evangelische Sonntags-Zeitung

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ABC des Glaubens

Jahreswende

»Der Faden rollt sich sausend ab«, schreibt Annette von Droste-Hülshoff in ihrem unvergesslichen Gedicht zu Silvester. »Ich sinke auf das Knie: Das Jahr ist um.« Es scheint, als solle der längst übliche Silvesterkrawall von der inneren Stille ablenken, wie sie die Droste beschrieb. Jeder Jahreswechsel erinnert an die eigene Lebensuhr, die in der Stille eben besonders laut tickt. Wohl denen, die hier glauben können, dass sie Gott und nicht dem Vergessen entgegengehen.

Jakobsweg

»Endlich mal weg« lautet im Sommer für viele die Devise. Immer mehr begeben sich auch auf spirituelle Reise. Pilgern ist en vogue, am liebsten auf dem Jakobsweg. Es gibt nicht den einen, sondern viele Jakobswege, die durch Europa, auch durch Hessen, nach Santiago de Compostela in Spanien führen. Dort ist laut einer Legende aus dem 9. Jahrhundert Jakobus Zebedäus, ein Jünger Jesu, begraben – der Heilige Jakob, »Santiago«. Zeichen der Jakobspilger ist die Muschel. Sie diente zum Wasserschöpfen. Die Rillen auf ihrer Schale führen wie die vielen Jakobswege alle zu einem Ziel.

Jesaja

Der Autor des oben stehenden Wochenspruchs lebte im achten Jahrhundert vor Christi Geburt, stammte aus einer begüterten Familie und war quasi amtlich bestallter Prophet des Hofes. Sein Auftrag, so beschreibt es das Ökumenische Heiligenlexikon: »Er sollte die Verstockung des Volkes aufzeigen, ja herbeiführen.« Das darauffolgende Gericht sollte nur einen Teil des Volkes übrig lassen, mit dem Gott dann seine Heilsgeschichte zum Ende führen könne. Jesaja starb standesgemäß: als Märtyrer. Weil er es gewagt hatte, Jerusalem mit Sodom und Gomorrha zu vergleichen, fiel er in Ungnade und versteckte sich in einem hohlen Baum, den König Menasse mitsamt dem Propheten durchsägen ließ.

Jesus ...

ist ein hebräisch-aramäischer Name. Der Evangelist Matthäus leitet seine Bedeutung vom Wort für »retten« ab (Matthäus 1,21). »Euch ist heute der Retter geboren«, verkündet der Engel an Weihnachten den Hirten auf dem Feld. Was für ein Retter ist Jesus? Ein religiöser Erlöser oder ein politischer Befreier? Für die mediterranen Menschen des ersten Jahrhunderts war das eine nicht vom anderen zu trennen. Religion war keine Privatsache. Jeder Herrscher, der etwas auf sich hielt, verlieh seiner Macht religiöse Züge. Rom hatte Galiläa und Juda unterworfen. Die Sehnsucht im Land nach einem Retter war groß. Dieses neugeborene Kind, von dessen Geburt so wundersam erzählt wird, soll der Retter sein. Der zukünftige Herrscher, der erfüllt, was die Propheten verheißen haben: Frieden und Gerechtigkeit ohne Ende.

Johannes der Täufer

Sein Tag ist der 24. Juni, sechs Monate vor Weihnachten. Laut Bibel ist er ein halbes Jahr vor Jesus geboren. Er gilt als sein Vorläufer. Johannes, der Wüstenprediger im Kamelhaarmantel, der sich von Heuschrecken und Honig ernährt, liest seinen Zeitgenossen die Leviten: Das Gericht Gottes ist nahe. Wer seine Sünden bekennt, kann sich retten. Zur Sündenvergebung tauft er im Jordan. Er weist auf einen Größeren hin. Auch Jesus lässt sich von ihm taufen. Das lehnt Johannes erst ab: Er sei es nicht wert, Jesus die Schuhriemen zu lösen. Wahrscheinlich war Jesus ein Anhänger von Johannes. Als der Täufer wegen seiner Kritik am König verhaftet wurde, trat Jesus mit eigener Botschaft auf. Johannes ist Vorbild für asketisches Leben. Der Johanniterorden ist nach ihm benannt. Als »Stimme in der Wüste« ist er Patron der Kirchenmusik.

Johannis...

am 24. Juni erinnert an die Geburt von Johannes dem Täufer. Laut Lukasevangelium ist er sechs Monate vor Jesus geboren. Er gilt als Wegbereiter für den Messias. Über den sagt Johannes: »Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen.« Passend dazu nehmen die Tage ab Johannis ab, bis sie zu Jesu Geburt an Weihnachten wieder länger werden.
Denken, Dank, Gedanke

Jüngster Tag ...

hat doppelte Bedeutung. Der letzte Tag dieser Welt ist der erste in Gottes kommender Welt. Die frühen Christen erwarteten: Es kann jeden Tag geschehen, dass diese Welt zu Ende geht und Jesus Christus wiederkommt. Sie mussten verkraften, dass die ersten starben, ohne die Wiederkunft Christi zu erleben. Um zu trösten, beschrieb Paulus den Jüngsten Tag. Vom Himmel erschallen die Stimme des Erzengels und die Posaune Gottes. Zuerst werden die auferstehen, die in Christus gestorben sind. Die Lebenden werden mit ihnen in die Höhe entrückt. Der Jüngste Tag verheißt den Himmel und steht für den Ernst: Jeder Mensch muss sich vor Gott verantworten.

Jüngster Tag

Der Tag, an dem die Welt an ihr Ende kommt und der auferstandene Christus wiederkehrt. Das bekennen Christen im Glaubensbekenntnis, wenn sie sagen: »Er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters. Von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.« Auch vor- und außerchristliche Religionen kennen das göttliche Endgericht oder einen Jüngsten Tag, zum Beispiel der persische Zoroastrismus und der Islam. Ungerechtigkeiten und ungesühnte Schuld werden am Jüngsten Tag aufgedeckt und zurechtgebracht, so die Vorstellung. Die Besonderheit der christlichen Religion ist, dass sich die Gläubigen auf das Endgericht freuen dürfen. Denn der gekreuzigte und auferstandene Christus hat alle Sünden vergeben und die Welt mit Gott versöhnt. 

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